Broker mit Xetra-Handel
6 der 9 geprüften Broker lassen dich direkt über Xetra handeln, dem elektronischen Handelssystem der Deutsche Börse AG an der Frankfurter Wertpapierbörse. Die übrigen setzen ausschließlich auf Market-Maker-Plätze wie gettex, Tradegate oder den außerbörslichen Direkthandel.
Daten geprüft am · Auswahl aus allen 9 geprüften Anbietern · Methodik unter So bewerten wir
| # | Anbieter | Ordergebühr | Sparplan | Handelsplätze | Testnote |
|---|---|---|---|---|---|
| 1 | 1,00 € | kostenlos | Bestpreis-Routing über bis zu 30 Handelsplätze (u. a. Xetra, Tradegate, gettex, Euronext, NYSE, Nasdaq) oder manuelle Wahl per Direktpreis-Order | 8,8 | |
| 2 | 0,95 € | kostenlos | gettex, Baader Direkthandel, Tradegate, Xetra, LSX, 20+ Auslandsbörsen | 8,7 | |
| 3 | 1,00 € | kostenlos | ~30 Handelsplätze: dt. Regionalbörsen, gettex, Tradegate, Lang & Schwarz, Baader OTC, u. a. NYSE/NASDAQ | 8,6 | |
| 4 | 1,00 € | kostenlos | gettex, Xetra, Frankfurt, Stuttgart, Düsseldorf | 7,6 | |
| 5 | 1,99 € | kostenlos | Xetra, gettex, EIX (European Investor Exchange) | 7,4 | |
| 6 | 4,00 € | kostenpflichtig | über 170 Börsen in 37+ Ländern (via Interactive Brokers) | 4,6 |
Xetra arbeitet mit einem zentralen Orderbuch und Auktionen, unterstützt durch Designated Sponsors — Kernhandelszeit ist Mo–Fr 9:00 bis 17:30 Uhr, seit Dezember 2025 können Privatanleger über dafür registrierte Broker zusätzlich von 8:00 bis 22:00 Uhr handeln, außerhalb der Kernzeit allerdings nur gegen einen einzelnen Retail Liquidity Provider statt im echten zentralen Orderbuch. gettex (Börse München), Tradegate und der Direkthandel über die Baader Bank funktionieren dagegen als Market-Maker-Modelle: Ein einzelner Marktteilnehmer stellt die Kurse, nicht ein offenes Orderbuch vieler Teilnehmer. Nach eigener, undatierter Angabe der Deutsche Börse laufen über 90 % des gesamten Aktienhandels an deutschen Börsen über Xetra.
Die Deutsche Börse erhebt für jede Xetra-Order ein Transaktionsentgelt in Höhe von rund 0,0048 % des Ordervolumens, mindestens 0,60 € — eine Gebühr, die der Broker an die Deutsche Börse zahlt und die dieser über eine eigene Handelsplatzgebühr an dich weiterreichen kann. Historisch war das mit ein Grund, warum gettex- oder Tradegate-Orders bei vielen Neobrokern günstiger waren als Xetra-Orders: Market Maker an diesen Plätzen zahlten den Brokern für die Orderweiterleitung (Payment for Order Flow), was sich in niedrigeren oder fehlenden Ordergebühren niederschlug.
Seit dem 1. Juli 2026 ist Payment for Order Flow in Deutschland vollständig verboten (§ 138a WpHG, EU-weite Rechtsgrundlage: Art. 39a der Verordnung (EU) 600/2014) — Deutschland hatte die Übergangsfrist bis dahin ausgeschöpft. Der Effekt war unmittelbar messbar: Die Lang & Schwarz-Börse LS Exchange verlor binnen weniger Tage rund 86 bis 88 % ihres durchschnittlichen Tagesumsatzes, weil Trade Republic als größter Orderlieferant auf andere Ausführungswege umstellte. Mindestens ein Broker in diesem Vergleich (Scalable Capital) berechnet seit dem 1. September 2026 für Xetra und gettex inzwischen dieselbe Gebühr — der frühere Kostenvorteil von Market-Maker-Plätzen ist damit nicht mehr in jedem Fall gegeben.
Diese Broker handeln ausschließlich über Market-Maker-Plätze wie gettex, Tradegate oder den außerbörslichen Direkthandel — für die meisten Standardwerte in der Praxis oft ausreichend liquide, aber ohne Zugriff auf das zentrale Xetra-Orderbuch:
tradegate.directHandelsplätze: Tradegate Exchange (einziger Handelsplatz)
justTRADEHandelsplätze: LS Exchange, Tradegate BSX, Quotrix
finanzen.net ZEROHandelsplätze: gettex (einziger Handelsplatz)
Ist Xetra-Handel wichtig für Privatanleger?
Xetra bündelt nach eigener Angabe der Deutsche Börse den größten Teil des deutschen Aktienhandels und bietet damit für die meisten deutschen Standardwerte die höchste Liquidität. Für gängige Aktien und ETFs handeln viele Privatanleger aber auch über gettex oder Tradegate ohne spürbaren Nachteil.
Ist Xetra teurer als gettex oder Tradegate?
Historisch oft ja, weil Broker für Orders auf Market-Maker-Plätzen Zahlungen für die Orderweiterleitung (Payment for Order Flow) erhielten und diese über niedrigere Gebühren weitergaben. Seit dem vollständigen PFOF-Verbot zum 1. Juli 2026 ist dieser Mechanismus untersagt — mindestens ein Broker in diesem Vergleich berechnet Xetra und gettex inzwischen gleich viel.
Was hat sich seit dem PFOF-Verbot geändert?
Seit dem 1. Juli 2026 dürfen Broker in Deutschland keine Zahlungen mehr für die Weiterleitung von Kundenorders an einen bestimmten Handelsplatz annehmen. Der Umsatz der Lang & Schwarz-Börse LS Exchange brach danach binnen weniger Tage um rund 86 bis 88 % ein, weil ein großer Neobroker seine Orderweiterleitung umstellte — ein Beleg dafür, wie stark PFOF zuvor die Handelsplatzwahl beeinflusst hatte.