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Vermögen sparen

Glossar

48 Fachbegriffe, die auf dieser Seite immer wieder vorkommen — knapp erklärt, mit Links zu den Rechnern und Artikeln, in denen sie angewendet werden.

A

Abgeltungsteuer
Die Abgeltungsteuer ist eine pauschale Steuer von 25 % auf Kapitalerträge wie Zinsen, Dividenden und Kursgewinne, die mit dem Einbehalt an der Quelle (durch Bank/Broker) grundsätzlich abgegolten ist — eine gesonderte Angabe in der Steuererklärung ist meist nicht nötig.
Aktionszins (Neukundenzins mit Rückfall)
Ein Aktionszins ist eine befristete, meist deutlich über der Standardkondition liegende Verzinsung, die Tagesgeld-Anbieter Neukunden für einen festen Zeitraum (häufig 4 bis 12 Monate) einräumen.
Anlage KAP
Die Anlage KAP ist das Formular der deutschen Einkommensteuererklärung für Kapitalerträge.
Anlage SO
Die Anlage SO („Sonstige Einkünfte“) ist das Formular für private Veräußerungsgeschäfte nach §23 EStG — dazu zählen Gewinne aus dem Verkauf von Kryptowährungen innerhalb der einjährigen Spekulationsfrist.
Anlegerentschädigung (Investor Compensation Scheme)
Die Anlegerentschädigung beruht auf der EU-Richtlinie 97/9/EG, in Deutschland umgesetzt durch das Anlegerentschädigungsgesetz (AnlEntG).
Ansässigkeitsbescheinigung
Eine Ansässigkeitsbescheinigung (Tax Residency Certificate) bestätigt gegenüber einer ausländischen Zahlstelle, in welchem Land du steuerlich ansässig bist.
Ausfallquote (Default Rate)
Die Ausfallquote gibt an, welcher Anteil der vergebenen Kredite seine Rückzahlung nicht wie vereinbart leistet.
Ausschüttend vs. thesaurierend
Ausschüttende Fonds und ETFs zahlen Dividenden und Zinserträge regelmäßig (meist quartalsweise oder jährlich) auf dein Verrechnungskonto aus.

B

Bestpreis- vs. Direktpreis-Order
Seit dem EU-weiten Verbot von Payment for Order Flow im Juli 2026 müssen Broker beim Weiterleiten von Kundenorders eigene Handelsplatz-Vereinbarungen anbieten statt Rückvergütungen von Market-Makern anzunehmen.

C

CFD (Differenzkontrakt)
Ein CFD (Contract for Difference, Differenzkontrakt) ist eine Vereinbarung zwischen Anleger und Broker, die Kursdifferenz eines Basiswerts (Aktie, Index, Währungspaar, Rohstoff, Kryptowert) zwischen Eröffnung und Schließung der Position auszugleichen.
Cold Storage / Hot Wallet
Cold Storage bezeichnet die Aufbewahrung von Krypto-Vermögenswerten auf Geräten oder Systemen ohne dauerhafte Internetverbindung — etwa Hardware-Wallets oder Offline-Rechner.

D

DAC8 / KStTG-Meldepflicht
DAC8 ist eine EU-Richtlinie zum automatischen Informationsaustausch über Krypto-Transaktionen zwischen Steuerbehörden; in Deutschland wird sie über das Kryptowerte-Steuertransparenzgesetz (KStTG) umgesetzt.
Depotübertrag
Beim Depotübertrag wechseln Wertpapiere von einem Depot zu einem anderen Institut, ohne verkauft zu werden — die steuerlich relevanten Anschaffungsdaten und -kosten wandern mit, sodass kein steuerpflichtiger Verkauf ausgelöst wird.
Diversifikation (P2P)
Im P2P-Kontext bedeutet Diversifikation, Anlagebeträge über möglichst viele unabhängige Kredite, Loan Originators, Länder und Kreditarten zu streuen, statt auf einen einzelnen Kredit oder Kreditgeber zu konzentrieren.

E

ECSP-Lizenz
Die ECSP-Lizenz (European Crowdfunding Service Provider) ist eine EU-weite Zulassung nach der Schwarmfinanzierungsverordnung (EU) 2020/1503, speziell für Crowdfunding- und P2P-Plattformen.
Einlagensicherung (gesetzlich vs. freiwillig, EdB)
Die gesetzliche Einlagensicherung schützt Bankguthaben bis 100.000 € pro Kunde und Institut, unabhängig von der Kontoanzahl.
ESMA-Hebelgrenzen
Die EU-Wertpapieraufsicht ESMA schreibt seit 2018 verbindliche Hebelobergrenzen für den CFD-Handel von Kleinanlegern vor, gestaffelt nach Basiswert: 30:1 bei großen Währungspaaren, 20:1 bei kleineren Währungspaaren, Gold und großen Indizes, 10:1 bei anderen Rohstoffen, 5:1 bei Einzelaktien und 2:1 bei Kryptowerten.
ETF (Exchange Traded Fund)
Ein ETF ist ein börsengehandelter Fonds, der meist passiv einen Index (z. B. MSCI World oder DAX) nachbildet, statt aktiv Wertpapiere auszuwählen.

F

FIFO-Prinzip
FIFO (First In, First Out) legt fest, welche konkrete Kaufcharge beim Verkauf eines Teilbestands als verkauft gilt, wenn du dieselbe Kryptowährung oder Aktie zu unterschiedlichen Zeitpunkten und Preisen gekauft hast.
Finanzportfolioverwaltung
Die Finanzportfolioverwaltung ist eine erlaubnispflichtige Wertpapierdienstleistung nach § 2 Abs. 3 Nr. 7 WpIG: Ein Unternehmen trifft auf Basis eines Kundenauftrags eigenständig Anlageentscheidungen für fremde Vermögen und setzt sie um, statt nur einzelne Trades auszuführen oder zu vermitteln.
Freistellungsauftrag
Mit einem Freistellungsauftrag weist du deine Bank oder deinen Broker an, Kapitalerträge bis zu einem von dir festgelegten Betrag ohne Abzug von Abgeltungsteuer auszuzahlen.

H

Hebel (Leverage)
Der Hebel gibt an, um welchen Faktor der bewegte Positionswert das eingesetzte eigene Kapital übersteigt: Bei einem Hebel von 5:1 steuert der Anleger ein Fünftel des Positionswerts selbst bei (die Margin), der Broker finanziert den Rest.

K

Kapitalertragsteuer (KESt)
Die Kapitalertragsteuer ist keine eigene Steuerart, sondern die technische Erhebungsform der Abgeltungsteuer: Bank oder Broker behalten 25 % auf Zinsen, Dividenden und Kursgewinne direkt an der Quelle ein und führen sie automatisch ans Finanzamt ab, statt dass du sie selbst in der Steuererklärung angibst.
Kirchensteuer (auf Kapitalerträge)
Kirchenmitglieder zahlen zusätzlich zur Abgeltungsteuer Kirchensteuer auf Kapitalerträge — 8 % der Kapitalertragsteuer in Bayern und Baden-Württemberg, 9 % in allen anderen Bundesländern.
Kleinanleger-Verlustquote (EU-Pflichtangabe)
CFD-Anbieter in der EU müssen nach ESMA-Vorgabe offenlegen, welcher Anteil ihrer Kleinanlegerkonten beim CFD-Handel Geld verliert — die Zahl steht als Pflicht-Risikowarnung auf Website und Werbung des jeweiligen Anbieters.

L

Loan Originator (Kreditgeber)
Der Loan Originator ist das Unternehmen, das den zugrunde liegenden Kredit tatsächlich vergibt und dessen Bonitätsprüfung durchführt — bei vielen P2P-Plattformen nicht die Plattform selbst, sondern ein angeschlossenes Kreditinstitut oder eine Fintech-Tochter, oft im gleichen Land oder sogar im gleichen Konzern wie die Plattform.

M

Maker-/Taker-Gebühr
Krypto-Börsen mit Orderbuch unterscheiden zwei Gebührensätze: Die Taker-Gebühr zahlst du, wenn du eine bestehende Order sofort zum Marktpreis annimmst und damit Liquidität „nimmst“.
Margin
Die Margin ist die Sicherheitsleistung, die ein Broker für das Eröffnen und Halten einer gehebelten Position verlangt — der Anteil des Positionswerts, den der Anleger selbst hinterlegen muss.
Market Maker
Ein Market Maker ist ein Handelsteilnehmer, der fortlaufend verbindliche An- und Verkaufskurse für Wertpapiere stellt und damit außerbörsliche oder wenig liquide Handelsplätze mit Liquidität versorgt.
MiCA-Lizenz (CASP)
MiCA (Markets in Crypto-Assets) ist die EU-Verordnung, die seit dem 30.12.2024 den Kryptomarkt reguliert.
MiFID II (Richtlinie 2014/65/EU)
MiFID II ist die EU-weite Finanzmarktrichtlinie, die Wertpapierdienstleistungen wie Anlagevermittlung, Portfolioverwaltung und Eigenhandel reguliert.

N

Nachschusspflicht / Negative Balance Protection
Nachschusspflicht bedeutet, dass ein Anleger bei gehebelten Geschäften über sein Kontoguthaben hinaus Geld nachzahlen muss, wenn Verluste die hinterlegte Sicherheitsleistung übersteigen — etwa nach einer abrupten Kurslücke, in der der Broker die Position nicht mehr rechtzeitig schließen konnte.

O

Orderarten: Market, Limit, Stop
Eine Market-Order kauft oder verkauft sofort zum aktuell besten verfügbaren Preis — schnell, aber ohne Preisgarantie bei dünner Liquidität.

P

PFOF (Payment for Order Flow)
PFOF bezeichnet Zahlungen, die ein Broker von einem Market Maker oder Handelsplatz dafür erhält, dass er Kundenorders dorthin weiterleitet statt an eine Börse.
Privates Veräußerungsgeschäft (§23 EStG)
Gewinne aus dem Verkauf von Kryptowährungen fallen bei Privatanlegern unter §23 EStG (private Veräußerungsgeschäfte), nicht unter die Abgeltungsteuer wie bei Aktien oder ETFs.

R

Rückkaufverpflichtung (Buyback Obligation)
Bei P2P-Krediten verpflichtet sich der Kreditgeber (Loan Originator) vertraglich, eine Forderung zum Nominalwert plus aufgelaufener Zinsen zurückzukaufen, wenn ein Kredit eine bestimmte Verzugsfrist überschreitet — bei Mintos beispielsweise 60 Tage.

S

Skin in the Game
„Skin in the Game“ bezeichnet bei P2P-Plattformen den Anteil eines Kredits, den der Loan Originator selbst auf dem eigenen Buch behält, statt ihn vollständig an Anleger weiterzureichen — üblich sind Werte zwischen 5 und 20 %.
Sondervermögen
Das Fondsvermögen eines Investmentfonds (z. B. ETF) gilt rechtlich als Sondervermögen und muss nach dem Kapitalanlagegesetzbuch (KAGB) getrennt vom eigenen Vermögen der Kapitalverwaltungsgesellschaft (KVG) gehalten werden, meist verwahrt bei einer unabhängigen Verwahrstelle (Depotbank).
Sparerpauschbetrag
Der Sparerpauschbetrag ist der jährliche Freibetrag, bis zu dem Kapitalerträge (Zinsen, Dividenden, Kursgewinne) steuerfrei bleiben.
Spekulationsfrist
Die Spekulationsfrist ist die Haltedauer, nach der ein privates Veräußerungsgeschäft (§23 EStG) steuerfrei wird.
Spread (Geld-Brief-Spanne)
Der Spread ist die Differenz zwischen Geldkurs (Kaufpreis, den ein Market Maker zahlt) und Briefkurs (Verkaufspreis, den er verlangt) eines Wertpapiers.

T

TER (Total Expense Ratio)
Die TER ist die jährliche Gesamtkostenquote eines Fonds oder ETFs, angegeben in Prozent des verwalteten Vermögens.

U

Übernachtfinanzierung (Swap)
Die Übernachtfinanzierung (auch Swap- oder Haltekosten) ist eine tägliche Gebühr, die CFD-Broker für gehebelte Positionen berechnen, die über den täglichen Handelsschluss hinaus gehalten werden — der Broker finanziert den fremdfinanzierten Teil der Position und reicht diese Finanzierungskosten samt Aufschlag an den Anleger weiter.

V

Verlustverrechnungstopf
Banken und Broker führen für dich getrennte „Töpfe“ zur Verrechnung von Gewinnen und Verlusten aus Kapitalanlagen.
Verrechnungskonto
Das Verrechnungskonto ist das Cash-Konto innerhalb eines Wertpapierdepots, über das Ein- und Auszahlungen sowie Order-Abrechnungen laufen.
Vollbanklizenz
Die Vollbanklizenz erlaubt einem Kreditinstitut (CRR-Kreditinstitut) das Einlagengeschäft — also die Entgegennahme rückzahlbarer Kundengelder — sowie die Kreditvergabe für eigene Rechnung.
Vorabpauschale
Die Vorabpauschale ist eine jährliche Mindestbesteuerung für thesaurierende (und teilausschüttende) Fonds, die ihre Erträge nicht ausschütten, sondern wieder anlegen.

W

Wertpapierinstitut (§15 WpIG)
Ein Wertpapierinstitut ist ein Unternehmen, das gewerblich Wertpapierdienstleistungen (z. B. Anlagevermittlung, Portfolioverwaltung, Eigenhandel) erbringt und dafür nach § 15 des Wertpapierinstitutsgesetzes (WpIG, seit 2021) eine schriftliche Erlaubnis der BaFin benötigt.