TransparenzMit * markierte Links sind Partnerlinks. Provisionen fließen nicht in Bewertung oder Reihenfolge ein — die Rangfolge folgt allein der Testpunktzahl.Methodik & Gewichtung →
Methodik4 Min. · 01. September 2026

So bewerten wir: fünf gewichtete Kennzahlen

Die Testpunktzahl ist eine vorläufige Kennzahlen-Note aus fünf gewichteten Achsen: Kosten (30 %), Steuerkomfort (20 %), Sicherheit (20 %), Angebot (15 %) und Nutzerbewertung (15 %). Alle Eingangswerte stammen aus Preisverzeichnissen, Regulierungsdokumenten und öffentlichen Bewertungsportalen. Sie ist kein Ergebnis eines praktischen Tests mit eigenen Konten.

Jede Vergleichsseite steht vor demselben Problem: Anbieter unterscheiden sich in Dutzenden Details, aber Leser wollen eine Reihenfolge. Jede Reihenfolge braucht eine Zahl, und jede Zahl verbirgt eine Entscheidung darüber, was wichtig ist. Diese Seite legt diese Entscheidung offen, statt sie hinter einem Siegel zu verstecken.

Was in die Note eingeht

Die Testpunktzahl ist ein gewichteter Durchschnitt aus fünf Achsen. Jede Achse wird auf eine Skala von 0 bis 10 normiert, danach werden die Achsen gewichtet addiert.

  • Kosten, 30 Prozent: eine vereinfachte Jahreskostenschätzung aus vier Musterorders zu je 300 Euro plus zwölf Monatsbeiträgen Depotgebühr. Der Wert wird über das gesamte Testfeld auf 0 bis 10 normiert, der günstigste Anbieter bekommt 10.
  • Steuerkomfort, 20 Prozent: führt der Anbieter die deutsche Kapitalertragsteuer automatisch ab, gibt es 10 Punkte. Wenn nicht, gibt es 3 — die Anlage KAP ist zumutbar, aber ein echter Mehraufwand mit echtem Fehlerrisiko.
  • Sicherheit, 20 Prozent: eine eigene Vollbanklizenz bewerten wir mit 10, ein deutsches Wertpapierinstitut mit deutscher Depotbank und 100.000 Euro gesetzlicher Einlagensicherung mit 8, eine ausländische Anlegerentschädigung mit deutlich niedrigerer Deckung mit 5.
  • Angebot, 15 Prozent: Anzahl der Anlageklassen plus Anzahl der Handelsplätze, letztere bei sechs gedeckelt. Der Deckel ist Absicht — ob ein Broker 30 oder 170 Börsen anbindet, ändert für die meisten Privatanleger nichts mehr.
  • Nutzerbewertung, 15 Prozent: die Bewertung im App Store und bei Google Play, wo beide belegbar vorliegen, sonst der einzelne belegbare Wert. Wo sich keine App-Bewertung sauber zuordnen lässt, tritt die Unternehmensbewertung eines Bewertungsportals an ihre Stelle; das ist dann im Anbieterprofil vermerkt.

Warum diese Gewichtung

Kosten wiegen am schwersten, weil sie die einzige Größe sind, die mit Sicherheit anfällt und über die Haltedauer zuverlässig wirkt. Rendite ist ungewiss, Gebühren nicht.

Steuerkomfort und Sicherheit stehen gleichauf dahinter. Beide entscheiden nicht über ein paar Euro im Jahr, sondern darüber, wie viel Arbeit und wie viel Risiko am Anleger hängenbleiben. Ein Depot ohne automatische Steuerabführung kostet jedes Jahr Aufwand; eine Anlegerentschädigung von 20.000 statt 100.000 Euro wird genau dann relevant, wenn es darauf ankommt.

Angebot und Nutzerbewertung stehen bewusst hinten. Ein breites Produktangebot nützt nur, wer es nutzt, und App-Bewertungen sind ein verrauschtes Signal: Sie messen Zufriedenheit im Alltag, aber sie werden auch von Kampagnen, Update-Wellen und Ausreißern getrieben.

Die Gewichtung ist eine Wertung, keine Naturkonstante. Wer Auslandsbörsen braucht, für den ist ein Anbieter mit schwacher Note hier trotzdem die richtige Wahl.

Was die Note nicht ist

Sie ist kein Ergebnis eines praktischen Tests. Wir haben keine Konten bei allen Anbietern eröffnet, keine Orders ausgeführt und keine Support-Anfragen gestellt. Die Konditionen stammen aus Preis- und Leistungsverzeichnissen, Regulierungsdokumenten, Aufsichtsmitteilungen und öffentlichen Bewertungsportalen. Wo sich eine Angabe nicht belastbar belegen ließ, steht sie entweder gar nicht auf der Seite oder ausdrücklich als vorläufig markiert.

Sie ist auch keine Prognose. Eine hohe Punktzahl sagt nichts darüber, ob ein Anbieter in zwei Jahren noch dieselben Konditionen hat. Gerade bei zinsgebundenen Angaben wie der Verzinsung von Guthaben ändert sich der Wert mit jeder Zinsentscheidung der EZB.

Und sie ist keine Anlageberatung. Die Note vergleicht Anbieter, nicht Anlageentscheidungen.

Wie Provisionen behandelt werden

Diese Seite finanziert sich über Partnerlinks. Die Provisionshöhe ist in keiner der fünf Achsen enthalten und fließt an keiner Stelle in die Reihenfolge ein. Anbieter ohne Partnerprogramm werden nach denselben Kriterien bewertet und stehen dort, wo ihre Punktzahl sie einordnet — sie tragen dann lediglich kein Sternchen am Link.

Was sich ändern wird

Die Achsen sind bewusst einfach gehalten, damit jeder Wert nachrechenbar bleibt. Sobald mehr Anbieter im Feld sind, werden einzelne Achsen aussagekräftiger, weil die Normierung über ein breiteres Feld läuft. Bei einer Anlageklasse mit nur einem geprüften Anbieter verzichten wir deshalb auf eine Siegerauszeichnung: Ein Testsieger ohne Testfeld wäre eine leere Aussage.

Häufige Fragen

Beeinflussen Provisionen die Reihenfolge?

Nein. Die Provisionshöhe ist in keiner der fünf Bewertungsachsen enthalten. Die Reihenfolge folgt allein der Testpunktzahl, und Anbieter ohne Partnerprogramm werden nach denselben Kriterien bewertet.

Habt ihr die Anbieter selbst getestet?

Nein. Wir recherchieren Konditionen aus Preis- und Leistungsverzeichnissen, Regulierungsdokumenten und öffentlichen Bewertungsportalen. Wir eröffnen keine Konten und führen keine Orders aus. Deshalb heißt die Note ausdrücklich vorläufige Kennzahlen-Note.

Warum wiegen die Kosten am schwersten?

Weil sie als einzige Größe sicher anfallen. Die Rendite eines Depots ist ungewiss, die Ordergebühr nicht. Über eine lange Haltedauer ist der Kostenunterschied der zuverlässigste Effekt im Vergleich.

Warum bekommt ein Anbieter ohne deutsche Steuerabführung nur 3 von 10 Punkten?

Nicht 0, weil die Selbstdeklaration über die Anlage KAP rechtlich unproblematisch und zumutbar ist. Aber deutlich unter 10, weil sie jedes Jahr Aufwand verursacht und eine zusätzliche Fehlerquelle ist.