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Bestpreis oder Direktpreis: die neue Order-Wahl nach dem PFOF-Verbot

Praxis2 Min. LesezeitVeröffentlicht am

Von Daniel Benz, Betreiber und redaktionell verantwortlich · aktualisiert am

Inhalt dieses Artikels

Payment for Order Flow (PFOF) war über Jahre das stille Finanzierungsmodell vieler Neobroker: Market MakerEin Market Maker ist ein Handelsteilnehmer, der fortlaufend verbindliche An- und Verkaufskurse für Wertpapiere stellt und damit außerbörsliche oder wenig liquide Handelsplätze mit Liquidität versorgt. zahlten dafür, dass ein Broker Kundenorders an sie statt an eine klassische Börse weiterleitete, und Broker gaben einen Teil davon an Kunden in Form niedriger Ordergebühren weiter. Die EU-Wertpapiermarktverordnung (MiFIR) verbietet PFOFPFOF bezeichnet Zahlungen, die ein Broker von einem Market Maker oder Handelsplatz dafür erhält, dass er Kundenorders dorthin weiterleitet statt an eine Börse. seit einer Reform grundsätzlich; eine deutsche Übergangsfrist für hiesige Modelle lief am 30. Juni 2026 aus.

Was sich seit Juli 2026 geändert hat

Ohne PFOFPFOF bezeichnet Zahlungen, die ein Broker von einem Market Maker oder Handelsplatz dafür erhält, dass er Kundenorders dorthin weiterleitet statt an eine Börse.-Einnahmen mussten Broker ihre Gebührenmodelle anpassen. Ein Ansatz, den unter anderem Trade Republic seit Juli 2026 verfolgt: statt eines einzelnen Handelsplatzes werden Kundenorders automatisch über bis zu 30 angebundene Handelsplätze verglichen und zum jeweils günstigsten ausgeführt — die sogenannte Bestpreis-OrderSeit dem EU-weiten Verbot von Payment for Order Flow im Juli 2026 müssen Broker beim Weiterleiten von Kundenorders eigene Handelsplatz-Vereinbarungen anbieten statt Rückvergütungen von Market-Makern anzunehmen.. Wer stattdessen gezielt einen bestimmten Handelsplatz wählen will, etwa eine bestimmte US-Börse für eine dort primär gelistete Aktie, kann alternativ eine Direktpreis-Order wählen, die dafür eine höhere Gebühr kostet.

Wann sich der Aufpreis lohnt

Für die meisten Standardorders in gängigen deutschen oder europäischen Wertpapieren macht die automatische Bestpreis-Suche kaum einen Unterschied zum Ergebnis, kostet aber weniger. Der Aufpreis der Direktpreis-Order lohnt sich vor allem, wenn ein Wertpapier nur an einem bestimmten Handelsplatz mit ausreichender Liquidität gehandelt wird, oder wenn du aus anderen Gründen (etwa Handelszeiten) gezielt einen bestimmten Markt ansteuern willst.

Merksatz

Die Bestpreis-Order ersetzt nicht die Eigenverantwortung, die Ausführung zu prüfen — sie automatisiert nur die Auswahl des Handelsplatzes nach dem Kriterium "günstigster Preis", nicht zwingend nach anderen Kriterien wie Ausführungsgeschwindigkeit.

Nicht jeder Broker hat diesen Umbau vollzogen

Von den 10 in diesem Vergleich geprüften Brokern arbeitet laut eigener Handelsplatz-Angabe bislang nur Trade Republic mit dieser Bestpreis-/Direktpreis-Zweiteilung. Ein Broker setzt stattdessen auf genau einen festen Referenz-Handelsplatz ohne jede Auswahl — finanzen.net ZERO ausschließlich über gettex. Fünf weitere (CapTrader, justTRADE, SMARTBROKER+, Joe Broker, Scalable Capital) lassen dich den Handelsplatz je Order manuell aus mehreren Optionen wählen, ohne eine automatische Bestpreis-Suche dazwischenzuschalten — hier bleibt die Auswahl vollständig in eigener Verantwortung, ganz ohne den Bestpreis-Automatismus.

Häufige Fragen

Ist eine Bestpreis-Order automatisch die günstigste Ausführung?

Sie ist die vom Broker als günstigst ermittelte unter den angebundenen Handelsplätzen zum Ausführungszeitpunkt — nicht zwangsläufig die theoretisch bestmögliche über alle weltweit existierenden Handelsplätze hinweg.

Warum wurde PFOF überhaupt verboten?

Kritiker sahen einen Interessenkonflikt: Broker konnten finanziell davon profitieren, Orders bevorzugt an zahlende Market Maker weiterzuleiten, statt an den für den Kunden objektiv besten Handelsplatz.

Betrifft das Verbot auch Sparplan-Ausführungen?

Die Bestpreis-/Direktpreis-Unterscheidung bezieht sich in der Praxis auf Einzelorders. Sparpläne laufen bei den meisten Brokern weiterhin über einen festen, im Voraus definierten Ausführungsweg.

Welcher Broker bietet aktuell eine Bestpreis-/Direktpreis-Wahl an?

In diesem Vergleich derzeit nur Trade Republic. Ein Broker (finanzen.net ZERO) arbeitet mit genau einem festen Handelsplatz ohne jede Wahl, fünf weitere lassen dich manuell zwischen mehreren Handelsplätzen ohne automatische Bestpreis-Suche wählen.

Quellen

  1. Verordnung (EU) 2024/791 zur Änderung der MiFIR, Art. 39a Verbot von Payment for Order Flow (EUR-Lex) · abgerufen am

Daniel Benz · Betreiber und redaktionell verantwortlich

Daniel Benz betreibt Vermögen sparen und verantwortet Auswahl der Kriterien, Recherche und Freigabe jedes Textes und jeder Zahl auf dieser Seite.

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