Kosten3 Min. · 04. September 2026

Maker vs. Taker: was Krypto-Börsen wirklich kosten

Orderbuch-Börsen berechnen zwei Gebührensätze: die höhere Taker-Gebühr für sofort ausgeführte Market-Orders und die niedrigere Maker-Gebühr für Limit-Orders, die neue Liquidität stellen. Manche Apps verzichten ganz auf ein Orderbuch und rechnen stattdessen über einen intransparenten Spread ab — das kann teurer sein als der ausgewiesene Taker-Satz einer Orderbuch-Börse.

Wer zwei Krypto-Börsen anhand einer einzigen Prozentzahl vergleicht, vergleicht oft nicht dasselbe. Orderbuch-Börsen wie Bitvavo oder die Pro-/Fusion-Modi von Bitpanda unterscheiden zwischen zwei Gebührensätzen: der Taker-Gebühr und der Maker-Gebühr.

Wer nimmt, wer stellt Liquidität

Eine Taker-Order nimmt eine bereits im Orderbuch stehende Order an und wird sofort zum aktuellen Marktpreis ausgeführt — das ist bei einer klassischen Market-Order fast immer der Fall. Eine Maker-Order stellt dagegen selbst eine neue Order ins Orderbuch, die nicht sofort ausgeführt wird, etwa eine Limit-Order zu einem Kurs unterhalb des aktuellen Marktpreises. Weil Maker-Orders eine Börse mit Liquidität versorgen, sind sie fast immer günstiger bemessen als Taker-Orders — bei Bitpanda Pro etwa 0,10 % Maker gegenüber 0,15 % Taker auf der Einstiegsstufe.

Beide Sätze sind zudem gestaffelt: Mit steigendem Handelsvolumen der letzten 30 Tage sinken sie in der Regel weiter, teils bis in den Bereich von 0,01–0,02 % bei sehr aktiven Konten. Für gelegentliche Privatanleger ist praktisch immer die Einstiegsstufe relevant.

Nicht jede Börse hat ein Orderbuch

Nicht alle Krypto-Apps arbeiten mit diesem Modell. Manche, darunter die einfache Standard-App von Bitpanda, rechnen stattdessen über einen Spread ab: Kauf- und Verkaufskurs weichen um einen bestimmten, nicht separat ausgewiesenen Prozentsatz vom tatsächlichen Marktpreis ab — bei Bitpanda schätzungsweise 1,5 bis 2 % je Trade. Das ist bequemer, weil keine Orderarten verstanden werden müssen, aber bei größeren oder häufigeren Trades spürbar teurer als der Weg über ein Orderbuch mit Maker-/Taker-Gebühren.

Eine einzelne Prozentzahl aus der Werbung sagt wenig, solange unklar ist, ob sie sich auf eine Taker-Gebühr im Orderbuch oder auf einen impliziten Spread bezieht. Beide sind reale Kosten, aber nur eine davon steht offen in der Preisliste.

Ein Rechenbeispiel

Bei einem Kauf im Wert von 1.000 € zahlst du bei 0,15 % Taker-Gebühr 1,50 € Gebühr. Über eine Limit-Order (Maker) bei 0,10 % wären es 1,00 €. Über ein Spread-Modell mit angenommenen 1,75 % zahlst du dagegen implizit rund 17,50 € — mehr als das Zehnfache, ohne dass eine separate Gebührenzeile das ausweist.

Was das für den Vergleich bedeutet

Für einen fairen Vergleich zwischen Krypto-Börsen zählt deshalb nicht die niedrigste beworbene Zahl, sondern welcher Ordertyp und welche Kontostufe dahinterstehen — und ob die Alternative dazu ein günstigeres Orderbuch oder ein teureres Spread-Modell in derselben App ist.

Häufige Fragen

Ist die Maker-Gebühr immer günstiger als die Taker-Gebühr?

In aller Regel ja, weil Maker-Orders eine Börse mit Liquidität versorgen und dafür belohnt werden. Es gibt aber Börsen, die beide Sätze gleich hoch ansetzen oder sogar negative Maker-Gebühren (Rabatte) zahlen — das ist bei den auf dieser Seite verglichenen Anbietern aktuell nicht der Fall.

Warum hat nicht jede Krypto-Börse ein Orderbuch mit Maker-/Taker-Gebühren?

Ein Orderbuch verlangt vom Nutzer, Limit- und Market-Orders zu verstehen. Einfache Apps verzichten deshalb bewusst darauf und kalkulieren die Marge stattdessen über einen Spread in den angezeigten Kursen ein.

Wie erkenne ich, ob eine Börse mit Spread statt mit Maker/Taker arbeitet?

Wird beim Kauf ein fester Prozentsatz als Gebühr ausgewiesen und lässt sich zusätzlich ein Limitpreis setzen, handelt es sich meist um ein Orderbuch. Zeigt die App nur einen Sofortkauf-Button ohne separaten Gebührenausweis, steckt die Marge wahrscheinlich im Spread.