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P2P-Plattformen mit Sekundärmarkt

4 der 14 geprüften Plattformen bieten einen Sekundärmarkt: Du kannst laufende Kredite vor Fälligkeit an andere Anleger weiterverkaufen, statt bis zum Laufzeitende zu warten. Das ist ein Handelsangebot der Plattform — keine zugesicherte Möglichkeit, jederzeit auszusteigen.

Daten geprüft am · Auswahl aus allen 14 geprüften Anbietern · So bewerten wir

4 P2P-Plattformen, die das Kriterium erfüllen

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P2P-Plattformen mit Sekundärmarkt: Anbieter, die das Kriterium erfüllen
#AnbieterØ RenditeMindestanlageRegulierungNoteZum Anbieter
1.Mintos10,3 %50 €MiFID-II-Wertpapierfirma, beaufsichtigt durch Latvijas Banka3,3Zum Angebot* (öffnet Mintos in neuem Tab, Partnerlink)
2.LANDE11,2 %50 €ECSP-Lizenz (EU-Schwarmfinanzierungsverordnung 2020/1503), seit Februar 2024 durch Latvijas Banka2,9Zum Angebot* (öffnet LANDE in neuem Tab, Partnerlink)
3.Robocash9,9 %10 €Unreguliert — laut eigener Aussage im Footer ausdrücklich „not regulated under any financial services license“; keine MiFID-II-, ECSP- oder Kreditgeber-Lizenz, keine gesetzliche Anlegerentschädigung2,8Zum Angebot* (öffnet Robocash in neuem Tab, Partnerlink)
4.Twino10,0 %1 €MiFID-II-Wertpapierfirma (Investment Brokerage Firm), lizenziert seit August 2021, Aufsicht durch die Latvijas Banka (vormals FCMC)2,5Zum Angebot* (öffnet Twino in neuem Tab, Partnerlink)

Diese 4 Anbieter im Direktvergleich

Worauf es ankommt

Auf einem P2P-Sekundärmarkt bieten Anleger bereits gezeichnete Kreditanteile anderen Nutzern zum Kauf an — teils zum Nominalwert, teils mit Auf- oder Abschlag. Bei Mintos legt der Verkäufer den Preis frei fest und zahlt eine Gebühr auf den Verkaufserlös; TWINO erhebt für den Sekundärmarkt keine Gebühr; bei Robocash ist ausschließlich ein Verkauf zum Nominalwert vorgesehen, ohne Auf- oder Abschlag.

Ein Sekundärmarkt ist aber immer nur so liquide wie die Nachfrage anderer Anleger in diesem Moment — er ist kein Marktmacher, der jeden Verkauf garantiert. LANDE hat seinen Sekundärmarkt im Dezember 2023 wegen fehlerhafter Transaktionen vollständig pausiert und erst im Juni 2024 mit neuen Regeln wieder geöffnet. Bondora hat für sein Go-&-Grow-Produkt ab dem 9. September 2020 ein Auszahlungslimit von 1.000 € pro Monat eingeführt — kein klassischer Sekundärmarkt-Fall, aber ein dokumentiertes Beispiel dafür, dass ein beworbenes Liquiditätsversprechen unter Stress eingeschränkt werden kann.

Regulatorisch dürfen ECSP-lizenzierte Plattformen laut Art. 25 der EU-Schwarmfinanzierungsverordnung (VO 2020/1503) nur ein „Bulletin Board“ betreiben: ein Anzeigenbrett für Kauf- und Verkaufsinteresse, aber kein internes System, das Aufträge automatisch zu einem Vertrag zusammenführt. Ein echter, multilateral ausführender Handelsplatz bräuchte eine eigene Zulassung als Wertpapierfirma oder geregelter Markt nach MiFID II.

Ohne Sekundärmarkt

Bei diesen Plattformen bleibt Kapital bis zum vereinbarten Laufzeitende gebunden, sofern keine vorzeitige Rückzahlung durch den Kreditnehmer erfolgt:

  • NectaroRegulierung: MiFID-II-Wertpapierfirma (Lizenz-Nr. 27-55/2023/3), Latvijas Banka
  • IndemoRegulierung: Investmentfirma unter Aufsicht der Latvijas Banka (Zentralbank Lettlands), Lizenz-Nr. 06.06.08.824/547; Indemo SIA gegründet im Mai 2022, Lizenzerteilung und Plattformstart Ende 2022/2023 (Quelle: indemo.eu, Legal Documents). Mitglied im gesetzlichen Anlegerentschädigungssystem nach EU-Richtlinie 97/9/EG, Entschädigung bis 20.000 € bei Insolvenz der Firma.
  • Triple Dragon FundingRegulierung: Unreguliert — operiert unter der EU-Prospektverordnungs-Ausnahme (max. 149 Anleger je Mitgliedstaat) statt einer MiFID-II- oder ECSP-Lizenz; eine ECSP-Lizenz in Luxemburg ist laut Drittquellen in Planung, aber nicht erteilt
  • Income MarketplaceRegulierung: Unreguliert — keine MiFID-II- oder ECSP-Zulassung (im ESMA-Register nicht verzeichnet), nicht in der estnischen Liste lizenzierter Kreditgeber; keine gesetzliche Anlegerentschädigung
  • DebitumRegulierung: MiFID-II-Wertpapierfirma (SIA DN Operator), von der Latvijas Banka zugelassen seit September 2021
  • DevonRegulierung: Unreguliert — Devon OÜ hält keine MiFID-II-, ECSP- oder Kreditgeber-Lizenz.
  • AfrangaRegulierung: ECSP-Lizenz (EU-Schwarmfinanzierungsverordnung 2020/1503) der bulgarischen Finanzaufsicht FSC (seit September 2023) — ausdrücklich außerhalb der EU-Einlagensicherung; Kundengelder laufen über den separat, französisch (ACPR-)regulierten Zahlungsdienstleister Lemonway
  • LoanchRegulierung: Keine Finanzlizenz: Loanch (PRZEMEK SAVJETOVANJE d.o.o., Zagreb, Kroatien, Handelsregister-Nr. 49535909257, nur 5.000 € Stammkapital) hält weder eine ECSP-Lizenz nach der EU-Crowdfunding-Verordnung noch eine MiFID-II-Zulassung und unterliegt keiner Finanzaufsicht wie der kroatischen HANFA (Quelle: Terms and Conditions vom 30.09.2026, unabhängig bestätigt von rethink-p2p.de und bitcoinnews.ch). Betrieb wurde im März 2026 von der ungarischen RiseTech Kft. auf die kroatische Gesellschaft übertragen. Der Kreditgeber Tambadana (Wawasan Cojaya Sdn. Bhd.) hat für 2025 testierte Jahresabschlüsse mit uneingeschränktem Prüfungsurteil veröffentlicht; konsolidierte, geprüfte Zahlen für die Konzernmutter Fingular oder die Betreibergesellschaft selbst gibt es laut eigener Aussage noch nicht, sollen aber im Lauf von 2026 folgen.
  • BondoraRegulierung: Bondora AS als Kreditgeber („Credit Provider“) von der estnischen Finanzaufsicht (EFSA) lizenziert (Liste der Kreditgeber der EFSA) — keine Wertpapierfirma wie Mintos/Nectaro/Debitum und keine ECSP-Lizenz wie LANDE, dadurch auch keine gesetzliche Anlegerentschädigung
  • Monefit SmartSaverRegulierung: Unreguliert — Monefit Investments OÜ hält selbst keine MiFID-II- oder ECSP-Zulassung (im ESMA-Register nicht verzeichnet), ausdrücklich außerhalb der EU-Einlagensicherung und der Anlegerentschädigung. Die Konzernmutter Creditstar betreibt in einzelnen Märkten lizenzierte Kreditvergabe (u. a. FCA-zugelassen in UK), das schützt SmartSaver-Anleger selbst aber nicht

Häufige Fragen

Kann ich P2P-Kredite jederzeit verkaufen, wenn es einen Sekundärmarkt gibt?

Nein. Ein Sekundärmarkt vermittelt nur zwischen Anlegern — findet sich kein Käufer oder wird der Markt wie bei LANDE Ende 2023 zeitweise pausiert, bleibt das Kapital gebunden. Ein Sekundärmarkt erhöht die Chance auf einen vorzeitigen Ausstieg, garantiert ihn aber nicht.

Kostet der Verkauf auf dem Sekundärmarkt etwas?

Das ist von Plattform zu Plattform unterschiedlich geregelt: TWINO erhebt keine Gebühr, Mintos zieht eine Gebühr vom Verkaufserlös ab. Vor dem Verkauf lohnt sich ein Blick in die aktuelle Gebührenübersicht der jeweiligen Plattform.

Was ist ein Bulletin Board nach der EU-Schwarmfinanzierungsverordnung?

Ein Bulletin Board ist ein reines Anzeigenbrett für Kauf- und Verkaufsinteresse, das ECSP-lizenzierte Plattformen betreiben dürfen — anders als ein echter Handelsplatz darf es Aufträge nicht automatisch zu einem Vertrag zusammenführen.

Andere Kurzantworten

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Daniel Benz · Betreiber und redaktionell verantwortlich

Daniel Benz betreibt Vermögen sparen und verantwortet Auswahl der Kriterien, Recherche und Freigabe jedes Textes und jeder Zahl auf dieser Seite.

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