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Redaktion: Daniel Benz · So bewerten wir

Sekundärmarkt bei P2P: vorzeitig verkaufen statt bis zum Laufzeitende warten

Ein Sekundärmarkt lässt dich eine laufende P2P-Investition vor Ablauf ihrer eigentlichen Laufzeit an einen anderen Anleger weiterverkaufen, meist gegen einen selbst gewählten Auf- oder Abschlag zum Nominalwert. Von den zwölf geprüften Plattformen bieten Mintos, LANDE, Robocash und Twino diese Option; die übrigen acht binden dein Kapital bis zum Laufzeitende oder bis eine Rückkaufverpflichtung greift.

Inhalt dieses Artikels
  1. Wie ein Verkauf auf dem Sekundärmarkt funktioniert
  2. Welche vier Plattformen einen Sekundärmarkt bieten
  3. Was der Sekundärmarkt nicht ersetzt

Eine P2P-Investition läuft normalerweise bis zum vereinbarten Laufzeitende oder bis eine RückkaufverpflichtungBei P2P-Krediten verpflichtet sich der Kreditgeber (Loan Originator) vertraglich, eine Forderung zum Nominalwert plus aufgelaufener Zinsen zurückzukaufen, wenn ein Kredit eine bestimmte Verzugsfrist überschreitet — bei Mintos beispielsweise 60 Tage. … bei Zahlungsverzug greift — beides liegt außerhalb deiner eigenen Kontrolle. Ein Sekundärmarkt ist der einzige Weg, selbst über den Ausstiegszeitpunkt zu entscheiden: Du bietest deinen Anteil einem anderen Anleger zum Kauf an, unabhängig vom vertraglichen Laufzeitende.

Wie ein Verkauf auf dem Sekundärmarkt funktioniert

Du stellst deine laufende Note oder deinen Kreditanteil zum Verkauf, meist mit einem selbst wählbaren Auf- oder Abschlag auf den verbleibenden Nominalwert plus aufgelaufener Zinsen. Ein Abschlag beschleunigt in der Regel den Verkauf, weil er den Anteil für Käufer attraktiver macht; ein Aufschlag verlangsamt ihn oder verhindert ihn ganz, wenn kein anderer Anleger bereit ist, mehr als den Nominalwert zu zahlen. Der Verkauf ist damit strukturell wie ein kleiner interner Marktplatz organisiert, nicht wie eine garantierte Rückgabe an die Plattform selbst.

Welche vier Plattformen einen Sekundärmarkt bieten

Mintos, LANDE, Robocash und Twino bieten laut eigener Angabe einen Sekundärmarkt für ihre jeweiligen Anlageprodukte. Bei den übrigen acht Plattformen in diesem Vergleich fehlt diese Option ausdrücklich — Devon etwa nennt in der eigenen Laufzeit-Angabe explizit "kein Sekundärmarkt", nur eine ungarantierte "Early Exit"-Option, und auch TDFunding beschreibt seine vorzeitige Ausstiegsmöglichkeit als "an Bedingungen geknüpft", nicht als echten Marktplatz mit anderen Käufern.

Ein Sekundärmarkt ist keine Garantie für einen schnellen Verkauf. Er hängt von der Nachfrage anderer Anleger zum jeweiligen Zeitpunkt ab — in einer Marktphase mit vielen Verkäufern und wenig Käufern kann ein Anteil trotz Abschlag liegen bleiben.

Was der Sekundärmarkt nicht ersetzt

Ein Sekundärmarkt ist ein Liquiditätsinstrument, kein Sicherheitsmerkmal: Er ändert nichts am zugrunde liegenden Ausfallrisiko eines Kredits, und ein Käufer für einen bereits notleidenden oder überfälligen Kredit findet sich in der Praxis kaum. Er ist damit ein Werkzeug für geplante, vorzeitige Liquidität bei einem regulär laufenden Kredit — nicht ein Ausweg aus einem bereits erkennbar ausfallenden Investment.

Häufige Fragen

Garantiert ein Sekundärmarkt, dass ich meine Investition jederzeit verkaufen kann?

Nein. Ein Verkauf hängt von der Nachfrage anderer Anleger zum jeweiligen Zeitpunkt ab. Ohne Käufer bleibt ein Angebot offen, unabhängig vom gewählten Auf- oder Abschlag.

Kann ich einen bereits ausgefallenen Kredit über den Sekundärmarkt loswerden?

In der Praxis kaum. Für einen erkennbar notleidenden oder überfälligen Kredit findet sich selten ein Käufer, selbst mit hohem Abschlag — der Sekundärmarkt funktioniert vor allem für regulär laufende Investitionen.

Kostet der Verkauf über den Sekundärmarkt eine Gebühr?

Das unterscheidet sich zwischen Plattformen und ist nicht bei jedem Anbieter einheitlich dokumentiert — vor einem Verkauf lohnt sich ein Blick ins jeweilige Preis- und Leistungsverzeichnis der genutzten Plattform.