ETF-Sparplan: So startest du – Kosten, Steuern und die Broker-Wahl
Grundlagen7 Min. LesezeitVeröffentlicht am
Von Daniel Benz, Betreiber und redaktionell verantwortlich
Inhalt dieses Artikels
Ein ETF-Sparplan ist für viele der Einstieg ins Anlegen an der Börse: Du legst einmal fest, wie viel du in welchen Fonds investieren willst, und der Broker kauft dann regelmäßig für dich. Dieser Ratgeber bündelt, was du vor dem Start wissen solltest, von den Kosten über die Auswahl des ETF bis zu den Steuern. Welche Broker ETF-Sparpläne ohne Ausführungskosten anbieten, steht ausführlich im Artikel ETF-Sparplan kostenlos.
Was ein ETF-Sparplan ist
Ein ETF ist ein börsengehandelter Investmentfonds, der meist einen Index nachbildet. Ein Sparplan kauft Anteile daran in festen Abständen, etwa monatlich, für einen festen Betrag. Da der Betrag gleich bleibt, kaufst du bei niedrigen Kursen mehr Anteile und bei hohen weniger; dein durchschnittlicher Kaufpreis liegt dadurch nie über dem Durchschnitt der Kurse an den Kaufterminen. Mehr Rendite garantiert das nicht, es nimmt dir nur die Entscheidung über den Zeitpunkt ab. Ob ein Einmalbetrag oder Raten besser passen, vergleicht der Rechner Sparplan oder Einmalanlage.
Was ein ETF-Sparplan kostet
Ausführungskosten beim Broker
Bei jeder Ausführung kann der Broker eine Gebühr verlangen. 6 der 9 Broker mit eigenem Sparplan im Vergleich verlangen nichts, die übrigen einen festen Betrag oder einen Prozentsatz der Rate. Weil die Gebühr bei jeder Rate anfällt, zählt sie bei kleinen Raten besonders: 1,5 % Ausführungskosten sind bei 100 € im Monat 18 € im Jahr.
| Broker | Je Ausführung | Mindestrate | Sonderfälle |
|---|---|---|---|
| finanzen.net ZERO | 0 € | 1,00 € | – |
| Scalable Capital | 0 € | 1,00 € | – |
| SMARTBROKER+ | 0 € | 1,00 € | – |
| Trade Republic | 0 € | 1,00 € | – |
| flatex | 0 € | 25,00 € | – |
| justTRADE | 0 € | 25,00 € | – |
| Joe Broker | 0,50 € | 1,00 € | 0 € bei ETFs von Premium-Partnern (Amundi) |
| Traders Place | 0,50 € | 1,00 € | 0 € bei ETFs von Premium-Partnern |
| comdirect | 1,5 % der Rate | 1,00 € | 0 € bei ETF-Specials der Aktionsliste |
| CapTrader | kein eigener Sparplan | – | – |
Filtern nach Sparplan-Kosten und weiteren Kriterien lässt sich im Vergleich Broker mit kostenlosem ETF-Sparplan. Welche Broker nach unserer offengelegten Definition als Neobroker gelten, zeigt der Neobroker-Vergleich.
Laufende Fondskosten (TER)
Die laufenden Kosten zieht die Fondsgesellschaft direkt vom Fondsvermögen ab; du siehst sie nicht als Buchung, sondern nur im Kurs. Wie hoch sie sind, steht im Basisinformationsblatt des ETF unter „Laufende Kosten“ und wird meist als TER angegeben. Anders als die Ausführungskosten wirken sie auf das ganze angesparte Vermögen, jedes Jahr: 0,1 Prozentpunkte mehr TER kosten bei 10.000 € Depotwert 10 € im Jahr, bei 50.000 € schon 50 €. Hinzu kommt beim Kauf der SpreadDer Spread ist die Differenz zwischen Geldkurs (Kaufpreis, den ein Market Maker zahlt) und Briefkurs (Verkaufspreis, den er verlangt) eines Wertpapiers., die Differenz zwischen Kauf- und Verkaufskurs.
Rechenbeispiel: 100 € monatlich über 10 und 20 Jahre
Wie stark sich Rendite, Kosten und Steuern über die Zeit auswirken, rechnet der ETF-Sparplan-Rechner für jeden Broker einzeln durch. Voreingestellt ist die historische Rendite des MSCI World seit 1987; sie ist keine Prognose und lässt sich ändern. Mit dieser Annahme, 0,20 % TER und einem kostenlosen Sparplan werden aus 12.000 € Einzahlungen nach zehn Jahren rund 18.200 € nach Steuern, aus 24.000 € nach zwanzig Jahren knapp 58.000 €. Bei niedrigerer Rendite ist es entsprechend weniger, bei Verlustphasen kann der Wert zwischenzeitlich auch unter den Einzahlungen liegen.
Welcher ETF? Kriterien statt Produkttipps
Wir empfehlen keine einzelnen ETFs. Diese Kriterien helfen beim Vergleichen:
Index und Streuung
Der Index bestimmt, worin der ETF anlegt. Der MSCI World etwa enthielt zum 31.08.2026 rund 1.280 große und mittelgroße Unternehmen aus 23 Industrieländern; Schwellenländer fehlen darin. Andere Indizes decken auch Schwellenländer ab, nur einzelne Länder oder Branchen. Je enger der Index, desto stärker hängt dein Ergebnis an wenigen Märkten.
Thesaurierend oder ausschüttend
Ein thesaurierender ETF legt Erträge wieder an, ein ausschüttender zahlt sie ausAusschüttende Fonds und ETFs zahlen Dividenden und Zinserträge regelmäßig (meist quartalsweise oder jährlich) auf dein Verrechnungskonto aus.. Für den Vermögensaufbau ist das Wiederanlegen bequem, weil du nichts selbst tun musst; bei ausschüttenden ETFs bieten manche Broker an, Ausschüttungen automatisch wieder anzulegen. Steuerlich unterscheiden sich beide vor allem beim Zeitpunkt (siehe unten).
Kosten, Fondsgröße, Replikation
Neben der TER lohnt ein Blick auf die Fondsgröße und die Art der Nachbildung. Physisch replizierende ETFs kaufen die Wertpapiere des Index selbst, synthetische bilden ihn über Tauschgeschäfte (Swaps) mit einer Bank nach. Beides steht im Basisinformationsblatt. Außerdem muss der ETF bei deinem Broker als Sparplan verfügbar sein; nicht jeder Broker bietet jeden ETF an.
Steuern auf ETF-Erträge
Erträge aus ETFs sind Investmenterträge: Ausschüttungen, Vorabpauschalen und Gewinne beim Verkauf (§ 16 Abs. 1 InvStG). Depotbanken im Inland führen die Steuer darauf automatisch ab, soweit dein Sparer-Pauschbetrag ausgeschöpft ist; bei Brokern ohne deutschen Steuerabzug gehören die Erträge in die Anlage KAPDie Anlage KAP ist das Formular der deutschen Einkommensteuererklärung für Kapitalerträge..
Teilfreistellung
Bei Aktienfonds, die laut Anlagebedingungen fortlaufend mehr als 50 % in Aktien anlegen, sind 30 % der Erträge steuerfrei, bei Mischfonds mit mindestens 25 % Aktienanteil 15 % (§ 2 Abs. 6 und 7, § 20 InvStG). Anleihe- und Geldmarkt-ETFs bekommen keine Teilfreistellung.
Vorabpauschale
Bei thesaurierenden ETFs wird jedes Jahr eine Vorabpauschale als Ertrag angesetzt, auch ohne Verkauf. Sie beträgt höchstens 70 % des Basiszinses auf den Wert zu Jahresbeginn (2026: 3,20 %) und nie mehr als den Wertzuwachs im Jahr. Beim Verkauf werden alle angesetzten Vorabpauschalen vom Gewinn abgezogen, nichts wird doppelt besteuert. Den Betrag für deinen Bestand rechnet der Vorabpauschale-Rechner.
Freistellungsauftrag
Kapitalerträge bis zum Sparer-Pauschbetrag von 1.000 € im Jahr (2.000 € bei Zusammenveranlagung, § 20 Abs. 9 EStG) bleiben steuerfrei. Damit dein Broker die Steuer gar nicht erst abzieht, erteilst du ihm einen FreistellungsauftragMit einem Freistellungsauftrag weist du deine Bank oder deinen Broker an, Kapitalerträge bis zu einem von dir festgelegten Betrag ohne Abzug von Abgeltungsteuer auszuzahlen.; hast du mehrere Konten, verteilst du den Betrag. Wie das geht, erklärt der Artikel Freistellungsauftrag auf mehrere Depots verteilen.
In 5 Schritten zum Sparplan
- Broker wählen: nach Sparplan-Kosten, Mindestrate und ETF-Auswahl, zum Beispiel im Broker-Vergleich.
- Depot eröffnen: online mit Identitätsprüfung; Ablauf und Unterlagen stehen im Artikel Konto eröffnen.
- ETF auswählen: nach den Kriterien oben, mit Blick ins Basisinformationsblatt.
- Sparplan anlegen: Betrag, Rhythmus und Startdatum festlegen; das Geld für die Rate muss zum Ausführungstermin bereitstehen, wie es eingezogen wird, regelt der Broker.
- Freistellungsauftrag erteilen: damit Erträge bis zum Pauschbetrag steuerfrei bleiben.
Robo-Advisor als Alternative
Wer die Auswahl der ETFs nicht selbst treffen will, kann einen Robo-Advisor nutzen: Er legt dein Geld nach einem gewählten Risikoprofil in mehrere ETFs an und passt die Aufteilung selbst an. Dafür zahlst du eine Verwaltungsgebühr zusätzlich zu den Fondskosten; die ausgewiesenen Gesamtkosten der Robo-Advisor im Vergleich liegen zwischen 0,44 % und 1,17 % pro Jahr.
Sparplan für Kinder
Auch für Kinder lässt sich ein ETF-Sparplan anlegen, in einem Depot auf den Namen des Kindes. Dafür kann ein eigener FreistellungsauftragMit einem Freistellungsauftrag weist du deine Bank oder deinen Broker an, Kapitalerträge bis zu einem von dir festgelegten Betrag ohne Abzug von Abgeltungsteuer auszuzahlen. erteilt werden, den die gesetzlichen Vertreter unterschreiben; bleibt das Einkommen des Kindes dauerhaft unter dem Grundfreibetrag, kommt auch eine Nichtveranlagungsbescheinigung infrage. Welche Broker ein Kinderdepot anbieten, zeigt der Vergleich Depot für Kinder.
Häufige Fragen
Was ist ein ETF?
Ein ETF (Exchange Traded Fund) ist ein Investmentfonds, der an der Börse gehandelt wird und meist einen Index nachbildet, zum Beispiel einen Aktienindex mit mehreren hundert Unternehmen. Mit einem Anteil kaufst du einen Bruchteil des ganzen Fondsvermögens. Das Fondsvermögen ist vom Vermögen der Fondsgesellschaft getrennt.
Welcher ETF eignet sich für einen Sparplan?
Das hängt von deinem Ziel ab; eine Empfehlung für ein bestimmtes Produkt geben wir nicht. Kriterien sind: welchen Index der ETF abbildet und wie breit der streut, ob er Erträge ausschüttet oder wieder anlegt, die laufenden Kosten (TER), die Fondsgröße und ob er bei deinem Broker als Sparplan angeboten wird.
Thesaurierend oder ausschüttend – was ist besser für einen Sparplan?
Ein thesaurierender ETF legt Erträge automatisch wieder an, ein ausschüttender zahlt sie aufs Verrechnungskonto aus. Beim thesaurierenden wird jährlich eine Vorabpauschale versteuert, beim ausschüttenden werden die Ausschüttungen versteuert. Welche Variante passt, hängt davon ab, ob du laufende Einnahmen willst oder das Geld im Fonds arbeiten soll.
Wie viel sollte ich monatlich in einen ETF-Sparplan einzahlen?
Dafür gibt es keine feste Regel. Viele Broker im Vergleich führen Sparpläne schon ab 1 € aus. Wie sich unterschiedliche Raten über die Jahre entwickeln können, zeigt der ETF-Sparplan-Rechner, mit Kosten und Steuern und einer Rendite, die du selbst festlegst.
Ist ein ETF-Sparplan sicher?
Die Anteile sind als Sondervermögen vor einer Pleite der Fondsgesellschaft geschützt, nicht aber vor Kursverlusten. Der Wert eines Aktien-ETF schwankt mit den Börsen, auch über längere Zeiträume. Eine Einlagensicherung wie beim Tagesgeld gibt es für ETF-Anteile nicht.
Quellen
- MSCI World Index (USD), Factsheet mit Stand 31.08.2026 · abgerufen am
Daniel Benz · Betreiber und redaktionell verantwortlich
Daniel Benz betreibt Vermögen sparen und verantwortet Auswahl der Kriterien, Recherche und Freigabe jedes Textes und jeder Zahl auf dieser Seite.