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Geldmarkt-ETF, Tagesgeld oder Verrechnungskonto: Wo dein Cash am meisten bringt

Grundlagen10 Min. LesezeitVeröffentlicht am

Von Daniel Benz, Betreiber und redaktionell verantwortlich

Inhalt dieses Artikels

Für Geld, das gerade nicht investiert ist, gibt es drei naheliegende Parkplätze: ein Tagesgeldkonto, das VerrechnungskontoDas Verrechnungskonto ist das Cash-Konto innerhalb eines Wertpapierdepots, über das Ein- und Auszahlungen sowie Order-Abrechnungen laufen. beim Broker oder einen Geldmarkt-ETF im Depot. Alle drei folgen mehr oder weniger direkt dem Zinsniveau der Europäischen Zentralbank, unterscheiden sich aber bei Sicherung, Kosten, Verfügbarkeit und Steuern. Was ein Verrechnungskonto überhaupt ist und wie es sich vom Tagesgeldkonto unterscheidet, steht im Artikel Verrechnungskonto vs. Tagesgeldkonto. Hier geht es um die Entscheidung zwischen allen drei.

Die drei Optionen in einem Satz

  • Tagesgeld: ein eigenes Sparkonto bei einer Bank, täglich verfügbar, mit variablem Zins und oft einem befristeten AktionszinsEin Aktionszins ist eine befristete, meist deutlich über der Standardkondition liegende Verzinsung, die Tagesgeld-Anbieter Neukunden für einen festen Zeitraum (häufig 4 bis 12 Monate) einräumen. für Neukunden.
  • Verrechnungskonto: das Geldkonto zum Wertpapierdepot, über das Käufe und Verkäufe laufen; manche Broker verzinsen es, oft mit Bedingungen.
  • Geldmarkt-ETF: ein börsengehandelter Fonds, dessen Wert einem sehr kurzfristigen Zins folgt; du besitzt Fondsanteile statt eines Guthabens.

Vergleich auf einen Blick

Geldmarkt-ETF, Tagesgeld und Verrechnungskonto im Vergleich
KriteriumGeldmarkt-ETFTagesgeldVerrechnungskonto
Ertragkurzfristiger Marktzins abzüglich laufender KostenZins, den die Bank festlegt und jederzeit ändern kannZins, den der Broker festlegt; bei vielen Brokern 0 %
SicherungFondsvermögen, getrennt vom Vermögen der Fondsgesellschaftgesetzliche EinlagensicherungDie gesetzliche Einlagensicherung schützt Bankguthaben bis 100.000 € pro Kunde und Institut, unabhängig von der Kontoanzahl. des SitzlandesEinlagensicherung der kontoführenden Bank
Kostenlaufende Kosten (TER), Ordergebühr, SpreadDer Spread ist die Differenz zwischen Geldkurs (Kaufpreis, den ein Market Maker zahlt) und Briefkurs (Verkaufspreis, den er verlangt) eines Wertpapiers.keine Order- oder Fondskostenkeine Order- oder Fondskosten
VerfügbarkeitVerkauf zu Börsenzeiten, Abwicklung spätestens am zweiten Geschäftstagtäglich, per Überweisung aufs Referenzkontosofort für Wertpapierkäufe, Auszahlung per Überweisung
Kursrisikogering, aber vorhandenkeineskeines
SteuernInvestmenterträge ohne Teilfreistellung, VorabpauschaleDie Vorabpauschale ist eine jährliche Mindestbesteuerung für thesaurierende (und teilausschüttende) Fonds, die ihre Erträge nicht ausschütten, sondern wieder anlegen.Zinsen als KapitalerträgeZinsen als Kapitalerträge

Geldmarkt-ETF: wie er Zinsen weitergibt

Unter dem Namen Geldmarkt-ETF laufen zwei Bauarten. Die meisten sind synthetisch: Der Fonds hält ein Wertpapierportfolio, oft sogar Aktien, und tauscht dessen Wertentwicklung per Swap gegen einen Index, der eine Einlage zum Tageszins €STR abbildet, teils mit einem Aufschlag von 0,085 Prozentpunkten. Ein Teil des Ergebnisses hängt dann auch davon ab, dass die Swap-Gegenpartei ihre Zahlungen leistet. Die andere Bauart sind Geldmarktfonds nach der EU-Geldmarktfondsverordnung (VO (EU) 2017/1131): Sie halten selbst kurz laufende Anleihen, Geldmarktinstrumente und Bankeinlagen und nutzen den €STR nur als Vergleichsmaßstab. Welche Bauart ein Fonds hat, steht im Basisinformationsblatt unter „Ziele“. In beiden Fällen gibt es keinen festen Zins: Der Ertrag steckt bei thesaurierenden Fonds im Anteilspreis, der von Tag zu Tag leicht steigt, solange der Zins positiv ist.

Der wichtigste Referenzzins ist der €STR (Euro Short-Term Rate), den die EZB für jeden Geschäftstag veröffentlicht: der Zins, zu dem sich Banken im Euroraum unbesichert über Nacht Geld leihen. Am 24.09.2026 lag er bei 2,44 %, knapp unter dem EZB-Einlagesatz von 2,50 % (gültig seit 16.09.2026). Ändert die EZB ihre Leitzinsen, zieht der €STR ab dem Tag nach, an dem die Änderung gilt: Am 16.09.2026 stieg er von 2,19 % auf 2,44 %. Der Geldmarkt-ETF folgt ihm. Tagesgeld- und Verrechnungskontozinsen ändern die Banken dagegen nach eigenem Ermessen, oft mit Verzögerung.

Kosten: TER, Ordergebühr, Spread

Die laufenden Kosten (TER) zieht der Fonds täglich vom Fondsvermögen ab. In den Basisinformationsblättern von 15 Euro-Geldmarkt- und Tageszins-ETFs von 9 Fondsgesellschaften, die wir am 25.09.2026 ausgewertet haben, liegen sie zwischen 0,05 % und 0,15 % pro Jahr, bei den meisten bei 0,10 %. Jede 0,1 Prozentpunkte kosten auf 10.000 € 10 € im Jahr.

Dazu kommen die Kosten des Handels. Kauf und Verkauf kosten je eine Ordergebühr deines Brokers; bei einer Pauschale von 1 € je Order, wie sie mehrere Broker im Broker-Vergleich verlangen, sind das 2 € für den ganzen Parkvorgang. Außerdem zahlst du bei jedem Handel den SpreadDer Spread ist die Differenz zwischen Geldkurs (Kaufpreis, den ein Market Maker zahlt) und Briefkurs (Verkaufspreis, den er verlangt) eines Wertpapiers., also die Differenz zwischen Kauf- und Verkaufskurs. Beides fällt unabhängig davon an, wie lange du den ETF hältst. Wann sich eine niedrige Ordergebühr trotz höherem Spread lohnt, zeigt der Artikel Spread oder Ordergebühr.

Sicherheit: Sondervermögen statt Einlagensicherung

Für einen Geldmarkt-ETF gilt keine EinlagensicherungDie gesetzliche Einlagensicherung schützt Bankguthaben bis 100.000 € pro Kunde und Institut, unabhängig von der Kontoanzahl., denn er ist kein Bankguthaben. Geschützt ist stattdessen das Fondsvermögen: Bei Fonds nach deutschem Recht muss die Kapitalverwaltungsgesellschaft das SondervermögenDas Fondsvermögen eines Investmentfonds (z. B. ETF) gilt rechtlich als Sondervermögen und muss nach dem Kapitalanlagegesetzbuch (KAGB) getrennt vom eigenen Vermögen der Kapitalverwaltungsgesellschaft (KVG) gehalten werden, meist verwahrt bei einer unabhängigen Verwahrstelle (Depotbank). von ihrem eigenen Vermögen getrennt halten (§ 92 Abs. 1 KAGB), und im Insolvenzfall gehört es nicht zu ihrer Insolvenzmasse (§ 99 Abs. 3 KAGB). Eine Betragsgrenze wie die 100.000 € der Einlagensicherung gibt es dabei nicht. Viele ETFs sind allerdings in Luxemburg oder Irland aufgelegt; dann gilt das Fondsrecht des jeweiligen Landes.

Geschützt ist die Trennung, nicht der Wert: Verlieren die Anlagen des Fonds an Wert, sinkt auch der Anteilspreis. Das ist bei Geldmarkt-ETFs kein theoretischer Fall. Vom 11.06.2014 bis zum 26.07.2022 lag der EZB-Einlagesatz unter null, zeitweise bei −0,50 %. Der €STR, den die EZB seit Oktober 2019 veröffentlicht, war bis zum 13.09.2022 an jedem Geschäftstag negativ, am tiefsten mit −0,593 %. Ein Fonds, der diesem Zins folgt, verliert in einer solchen Phase an Wert, denn der Zins selbst ist negativ. Wie die drei Schutzmechanismen im Detail funktionieren, erklärt der Artikel Einlagensicherung, Anlegerentschädigung, Sondervermögen.

Tagesgeld: Aktionszins vs. Basiszins

6 der 11 Banken im Tagesgeld-Vergleich werben mit einem befristeten Zins. Der höchste davon liegt bei 3,61 % (Hamburg Direct Bank), der höchste Zins ohne Befristung bei 3,00 % (Raisin), Datenstand 18.09.2026. Nach dem Aktionszeitraum gilt der Zins für Bestandskunden, und der ist oft deutlich niedriger. Für eine Parkdauer, die länger als die Aktionsmonate ist, zählt deshalb der Durchschnitt über die ganze Zeit; wie man ihn ausrechnet, zeigt der Artikel Tagesgeld-Aktionszins.

Tagesgeld ist über die gesetzliche EinlagensicherungDie gesetzliche Einlagensicherung schützt Bankguthaben bis 100.000 € pro Kunde und Institut, unabhängig von der Kontoanzahl. des Sitzlandes der Bank geschützt, in Deutschland bis 100.000 € je Einleger und Bank (§ 8 Abs. 1 EinSiG); die Entschädigung muss spätestens sieben Arbeitstage nach Feststellung des Entschädigungsfalls ausgezahlt sein (§ 14 Abs. 3 EinSiG). Bei Banken mit Sitz im Ausland und bei Zinsportalen, die Konten bei Partnerbanken vermitteln, gilt das Sicherungssystem des jeweiligen Landes. Wer mehr parken will, braucht für den vollen Schutz Konten bei mehreren Banken. Für Geld, das länger fest liegen darf, lohnt der Blick auf den Festgeld-Vergleich für 12 Monate.

Verrechnungskonto: Zinsen beim Broker und ihre Bedingungen

4 der 10 Broker im Vergleich verzinsen das Guthaben im Depot, am höchsten Trade Republic mit 2,50 % (Datenstand 25.09.2026). Der Zins gilt aber nicht immer automatisch: Je nach Broker musst du ihn aktivieren, er gilt nur bis zu einer Obergrenze oder das Geld liegt auf einem separaten Zinskonto. Manche Broker koppeln ihren Satz ausdrücklich an den EZB-Einlagesatz. Die aktuellen Sätze und Bedingungen aller Broker stehen in der Übersicht Verrechnungskonto-Zinsen.

Der Vorteil des Verrechnungskontos: Das Geld liegt schon im Depot. Für den nächsten Kauf entfällt die Überweisung, und es fallen weder Ordergebühr noch Spread an. Gesichert ist das Guthaben über die Bank, die das Konto führt, bei den meisten Brokern im Vergleich eine deutsche Bank mit gesetzlicher EinlagensicherungDie gesetzliche Einlagensicherung schützt Bankguthaben bis 100.000 € pro Kunde und Institut, unabhängig von der Kontoanzahl..

Rechenbeispiel: 10.000 € für 12 Monate

Annahmen: 10.000 € liegen zwölf Monate, alle Zinssätze bleiben so, wie sie am Datenstand sind (in der Praxis ändern sie sich), Beträge vor Steuern.

  • Verrechnungskonto zum höchsten Satz im Vergleich (2,50 %): 250 € Zinsen.
  • Tagesgeld zum höchsten Satz ohne Befristung (3,00 %): 300 € Zinsen.
  • Geldmarkt-ETF, wenn der €STR ein Jahr lang bei 2,44 % bliebe: rund 244 € Wertzuwachs vor Kosten. Nach laufenden Kosten von 0,05 % bis 0,15 % und zwei Orders zu je 1 € bleiben 227 € bis 237 €, abzüglich SpreadDer Spread ist die Differenz zwischen Geldkurs (Kaufpreis, den ein Market Maker zahlt) und Briefkurs (Verkaufspreis, den er verlangt) eines Wertpapiers.. Folgt der Fonds einem Index mit Aufschlag von 0,085 Prozentpunkten, kommen gut 8 € hinzu.

Die Unterschiede liegen bei 10.000 € im Bereich weniger Euro bis weniger Dutzend Euro im Jahr. Je kürzer die Parkdauer, desto stärker fallen beim ETF die festen Handelskosten ins Gewicht: Bei drei Monaten verdient er nur ein Viertel des Jahresertrags, Ordergebühren und Spread bleiben gleich hoch.

Steuern im Vergleich

Zinsen auf Tagesgeld und VerrechnungskontoDas Verrechnungskonto ist das Cash-Konto innerhalb eines Wertpapierdepots, über das Ein- und Auszahlungen sowie Order-Abrechnungen laufen. sind Einkünfte aus Kapitalvermögen (§ 20 Abs. 1 Nr. 7 EStG). Sie unterliegen der AbgeltungsteuerDie Abgeltungsteuer ist eine pauschale Steuer von 25 % auf Kapitalerträge wie Zinsen, Dividenden und Kursgewinne, die mit dem Einbehalt an der Quelle (durch Bank/Broker) grundsätzlich abgegolten ist — eine gesonderte Angabe in der Steuererklärung ist meist nicht nötig. von 25 % plus Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls KirchensteuerKirchenmitglieder zahlen zusätzlich zur Abgeltungsteuer Kirchensteuer auf Kapitalerträge — 8 % der Kapitalertragsteuer in Bayern und Baden-Württemberg, 9 % in allen anderen Bundesländern., soweit sie zusammen mit deinen anderen Kapitalerträgen über dem Sparer-Pauschbetrag von 1.000 € liegen (2.000 € bei Zusammenveranlagung, § 20 Abs. 9 EStG). Deutsche Banken führen die Steuer automatisch ab; Zinsen von Banken im Ausland gehören in die Anlage KAPDie Anlage KAP ist das Formular der deutschen Einkommensteuererklärung für Kapitalerträge.. Was nach Steuern übrig bleibt, rechnet der Steuerrechner.

Ein Geldmarkt-ETF ist ein Investmentfonds. Steuerpflichtig sind seine Ausschüttungen, die VorabpauschaleDie Vorabpauschale ist eine jährliche Mindestbesteuerung für thesaurierende (und teilausschüttende) Fonds, die ihre Erträge nicht ausschütten, sondern wieder anlegen. und der Gewinn beim Verkauf (§ 16 Abs. 1 InvStG). Eine Teilfreistellung gibt es nicht: Die gibt es nur für Aktienfonds, die mehr als 50 % in Kapitalbeteiligungen anlegen, für Mischfonds ab 25 % (§ 2 Abs. 6 und 7, § 20 InvStG) und für Immobilienfonds. Ein Geldmarkt-ETF ist steuerlich also wie Tagesgeld voll steuerpflichtig.

Der Unterschied liegt im Zeitpunkt. Bei thesaurierenden Geldmarkt-ETFs wird jährlich eine Vorabpauschale angesetzt: für 2026 höchstens 70 % des Basiszinses von 3,20 %, also 2,24 % des Preises zum Jahresbeginn, und nie mehr als der tatsächliche Wertzuwachs im Jahr. Liegt die Rendite des Fonds unter diesem Satz, wird der gesamte Wertzuwachs des Jahres als Vorabpauschale versteuert, fällig Anfang des Folgejahres. Mit dem Vorabpauschale-Rechner (Fondsart „Sonstige“) lässt sich der Betrag für deinen Bestand ausrechnen.

Welche Option passt zu welchem Zweck?

Die richtige Wahl hängt davon ab, wofür das Geld gedacht ist. Diese Kriterien helfen bei der Einordnung; eine Empfehlung für ein bestimmtes Produkt ist das nicht.

  • Notgroschen: Hier zählen sofortige Verfügbarkeit, kein Kursrisiko und die EinlagensicherungDie gesetzliche Einlagensicherung schützt Bankguthaben bis 100.000 € pro Kunde und Institut, unabhängig von der Kontoanzahl.. Das erfüllen Tagesgeld und VerrechnungskontoDas Verrechnungskonto ist das Cash-Konto innerhalb eines Wertpapierdepots, über das Ein- und Auszahlungen sowie Order-Abrechnungen laufen.; ein Geldmarkt-ETF lässt sich nur zu Börsenzeiten verkaufen, und sein Kurs ist nicht garantiert.
  • Zwischenparken zwischen zwei Käufen: Das Geld liegt ohnehin im Depot. Das Verrechnungskonto spart Überweisung und Handelskosten; ein Geldmarkt-ETF kann sich lohnen, wenn dein Broker kein Guthaben verzinst und Betrag und Dauer groß genug sind, dass der Zins die Handelskosten übersteigt.
  • Reserve für Rebalancing oder Nachkäufe: Auch hier zählt, was dein Broker zahlt. Ohne Guthabenzins ist ein Geldmarkt-ETF im selben Depot die naheliegende Alternative, mit einem separaten Tagesgeldkonto dauert der Weg zurück ins Depot eine Überweisung länger.
  • Beträge über 100.000 €: Die Einlagensicherung gilt je Bank. Wer mehr parkt, verteilt auf mehrere Banken; beim Geldmarkt-ETF gibt es keine solche Grenze, dafür das Kursrisiko.

Häufige Fragen

Was ist ein Geldmarkt-ETF?

Ein börsengehandelter Fonds, dessen Wertentwicklung einem sehr kurzfristigen Zins folgt, meist dem Euro-Tagesgeldsatz €STR. Du kaufst Fondsanteile über dein Depot; der Ertrag steckt bei thesaurierenden Fonds im steigenden Anteilspreis, abzüglich der laufenden Kosten.

Ist ein Geldmarkt-ETF so sicher wie Tagesgeld?

Die Sicherung funktioniert anders. Tagesgeld ist bis 100.000 € je Einleger und Bank durch die gesetzliche Einlagensicherung geschützt. Ein Geldmarkt-ETF ist Fondsvermögen, das getrennt vom Vermögen der Fondsgesellschaft verwahrt wird und nicht in deren Insolvenzmasse fällt, ohne Betragsgrenze. Sein Kurs ist aber nicht garantiert: Von Oktober 2019 bis September 2022 war der Tageszins €STR durchgehend negativ, und ein Fonds, der ihm folgt, verlor in dieser Zeit an Wert.

Wie schnell komme ich an Geld in einem Geldmarkt-ETF?

Du verkaufst die Anteile zu Börsenzeiten über dein Depot. Abgewickelt wird ein Börsengeschäft in der EU spätestens am zweiten Geschäftstag nach dem Handel (Art. 5 Abs. 2 der EU-Zentralverwahrer-Verordnung 909/2014), ab dem 11.10.2027 am ersten; erst dann lässt sich der Erlös auszahlen. Tagesgeld und Verrechnungskonto sind dagegen täglich verfügbar.

Gibt es bei einem Geldmarkt-ETF eine Teilfreistellung?

Nein. Eine Teilfreistellung gibt es nur für Aktien-, Misch- und Immobilienfonds (§ 20 InvStG). Ein Geldmarkt-ETF legt nicht in Aktien an; seine Erträge sind deshalb voll steuerpflichtig, wie Zinsen auf Tagesgeld.

Muss ich für einen Geldmarkt-ETF eine Vorabpauschale zahlen?

Bei einem thesaurierenden Geldmarkt-ETF ja, sofern der Anteilspreis im Jahr steigt. Die Vorabpauschale beträgt höchstens den Wertzuwachs des Jahres; für 2026 liegt der Basisertrag bei 70 % des Basiszinses von 3,20 %, also 2,24 % des Preises zum Jahresbeginn. Die Steuer darauf wird Anfang des Folgejahres fällig und mindert später den Veräußerungsgewinn.

Quellen

  1. EZB-Datenportal: Euro short-term rate (€STR), Tageswerte (EST.B.EU000A2X2A25.WT) · abgerufen am
  2. EZB-Datenportal: Zinssatz der Einlagefazilität (FM.B.U2.EUR.4F.KR.DFR.LEV) · abgerufen am

Daniel Benz · Betreiber und redaktionell verantwortlich

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