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Krypto kaufen: Schritt für Schritt zum ersten Bitcoin – mit Kosten und Steuern

Praxis7 Min. LesezeitVeröffentlicht am

Von Daniel Benz, Betreiber und redaktionell verantwortlich

Inhalt dieses Artikels

Krypto zu kaufen dauert heute kaum länger als eine Kontoeröffnung bei einem Online-Broker. Die wichtigsten Entscheidungen fallen vorher: bei welcher Börse, zu welchen Kosten und wie du die Coins danach verwahrst. Dieser Ratgeber geht die fünf Schritte der Reihe nach durch.

Kurz erklärt: Was du zum Krypto-Kauf brauchst

  • ein Konto bei einer Krypto-Börse mit MiCA-ZulassungMiCA (Markets in Crypto-Assets) ist die EU-Verordnung, die seit dem 30.12.2024 den Kryptomarkt reguliert.
  • einen gültigen Ausweis für die Identitätsprüfung
  • ein Girokonto für die Einzahlung per SEPA-Überweisung
  • Geld, dessen Verlust du verkraften kannst

Schritt 1: Eine Börse wählen

Zulassung nach MiCA prüfen

Die EU-Verordnung MiCA regelt seit dem 30.12.2024 den Handel mit Kryptowerten. Börsen brauchen eine Zulassung als Krypto-Dienstleister (CASP) von einer nationalen Aufsichtsbehörde, die dann in der ganzen EU gilt; die Übergangsfrist für Bestandsanbieter ist am 1.7.2026 ausgelaufen. Ob eine Börse zugelassen ist, lässt sich im Register der europäischen Wertpapieraufsicht ESMA nachsehen. Eine Zulassung ist eine Mindestanforderung, keine Garantie; was sie leistet und was nicht, erklärt der Artikel Wie sicher ist mein Geld bei einer Krypto-Börse?.

Kostenmodell: Orderbuch oder Spread?

Börsen verlangen Gebühren auf zwei Wegen. Im Orderbuch zahlst du einen Prozentsatz des Ordervolumens, getrennt nach Maker und TakerKrypto-Börsen mit Orderbuch unterscheiden zwei Gebührensätze: Die Taker-Gebühr zahlst du, wenn du eine bestehende Order sofort zum Marktpreis annimmst und damit Liquidität „nimmst“.: Wer sofort zum aktuellen Kurs kauft, ist Taker und zahlt den höheren Satz. In den einfachen Kauf-Ansichten der Apps steckt die Gebühr dagegen oft im Kurs, als Aufschlag oder SpreadDer Spread ist die Differenz zwischen Geldkurs (Kaufpreis, den ein Market Maker zahlt) und Briefkurs (Verkaufspreis, den er verlangt) eines Wertpapiers., und liegt bei manchen Börsen bei rund 1 % oder mehr. Wie groß der Unterschied ist, rechnet der Artikel Maker vs. Taker vor.

Einzahlung, Sparplan, Steuerreport

Achte außerdem auf drei Punkte: ob die Einzahlung per SEPA kostenlos ist, ob ein Sparplan zur gleichen Gebühr läuft wie eine normale Order (Übersicht: Krypto-Sparplan ohne Aufpreis) und ob die Börse einen Steuerreport exportiert, der dir später die Steuererklärung erleichtert.

Die Börsen im Vergleich

Risikohinweis

Kryptowerte können stark schwanken, bis hin zum Totalverlust. Weder für Kryptowerte noch für Guthaben bei einer Krypto-Börse gilt automatisch die gesetzliche Einlagensicherung – auch nicht mit MiCA-Lizenz.

Alle Risikohinweise

Mit * markierte Links sind Partnerlinks: Eröffnest du darüber ein Konto, erhalten wir ggf. eine Vergütung. Für dich entstehen keine Mehrkosten, die Reihenfolge ist davon unabhängig. So finanzieren wir uns

Krypto-Börsen: Kosten je Kauf (Stand 25. September 2026)
BörseGebühr100 €1.000 €Sparplan ohne AufpreisMiCAAngebot
Bitpanda0,25 %0,25 €2,50 €neinjaZur Plattform * (öffnet Bitpanda in neuem Tab, Partnerlink)
Bitvavo0,25 %0,25 €2,50 €jajaZur Plattform * (öffnet Bitvavo in neuem Tab, Partnerlink)
OKX0,35 %0,35 €3,50 €jajaZur Plattform * (öffnet OKX in neuem Tab, Partnerlink)
Kraken0,80 %0,80 €8,00 €neinjaZur Plattform * (öffnet Kraken in neuem Tab, Partnerlink)
Sortiert nach Gebühr. Gebühr: Taker-Gebühr je Order im Orderbuch bzw. Profi-Modus, Einstiegsstufe; 100 € und 1.000 €: Gebühr für einen Kauf in dieser Höhe. Die einfachen Kauf-Ansichten der Apps sind bei manchen Börsen teurer; alle Sätze stehen im jeweiligen Profil. Sparplan ohne Aufpreis: Ausführung zur Gebühr einer normalen Order. MiCA: Zulassung als Krypto-Dienstleister laut ESMA-Register. Einen Steuerreport exportieren alle Börsen der Tabelle.

Ausführliche Bewertungen nach Kosten, Sicherheit, Angebot und Nutzerbewertungen stehen im Krypto-Börsen-Vergleich.

Schritt 2: Konto eröffnen und Identität bestätigen

Die Kontoeröffnung läuft online: E-Mail-Adresse und Passwort festlegen, persönliche Daten eingeben und die Identität mit einem Ausweisdokument bestätigen; wie genau die Prüfung abläuft, legt jede Börse selbst fest. Die Identitätsprüfung ist Pflicht: Nach dem Geldwäschegesetz müssen Anbieter ihre Kunden vor Begründung der Geschäftsbeziehung identifizieren (§ 11 Abs. 1 GwG). Eine Börse, die darauf verzichtet, ist ein Warnsignal. Wie lange die einzelnen Schritte dauern, steht im Artikel Konto eröffnen.

Schritt 3: Euro einzahlen

Am einfachsten ist die SEPA-Überweisung von deinem Girokonto; bei den Börsen im Vergleich kostet sie auf Seiten der Börse nichts (Datenstand 25.09.2026). Deine Bank muss den Betrag spätestens am Ende des folgenden Geschäftstags bei der Bank der Börse abliefern (§ 675s Abs. 1 BGB), danach schreibt die Börse ihn deinem Konto gut. Kartenzahlungen sind bei manchen Börsen möglich, kosten aber teils einen Aufschlag. Auszahlungen gehen üblicherweise nur zurück auf das Konto, von dem du eingezahlt hast.

Schritt 4: Kaufen – Order oder Sparplan

Für einen Einmalkauf gibst du eine Order auf. Eine Market-Order wird sofort zum besten verfügbaren Kurs ausgeführt; mit einer Limit-Order legst du den Höchstpreis fest und wartest, bis jemand zu diesem Preis verkauft. Wird sie nicht sofort ausgeführt, sondern wartet im Orderbuch, rechnen Börsen sie als Maker-Order zum niedrigeren Satz ab; dafür ist die Ausführung nicht garantiert. Mehr zu den Ordertypen steht im Glossar unter OrderartenEine Market-Order kauft oder verkauft sofort zum aktuell besten verfügbaren Preis — schnell, aber ohne Preisgarantie bei dünner Liquidität..

Ein Sparplan kauft regelmäßig für einen festen Betrag, etwa monatlich. Damit verteilst du den Einstieg über viele Kurse und musst keinen Zeitpunkt wählen. Wie viel ein Sparplan je Ausführung kostet, hängt von der Börse ab; die Tabelle oben zeigt, wo er zur normalen Ordergebühr läuft.

Rechenbeispiel: 100 € und 1.000 € Kauf

Die Kosten je Kauf stehen in der Tabelle oben. Im Orderbuch kostet ein Kauf über 100 € zwischen 0,25 € und 0,80 € Gebühr, ein Kauf über 1.000 € das Zehnfache, denn die Gebühr ist ein fester Prozentsatz (0,25 % bis 0,80 % je Order). Kaufst du dagegen über eine einfache App-Ansicht mit rund 1 % Aufschlag, sind es 1 € bzw. 10 €. Beim späteren Verkauf fällt die Gebühr noch einmal an.

Schritt 5: Verwahren – Börse oder eigenes Wallet

Nach dem Kauf liegen die Coins im Konto der Börse. Unter MiCA muss die Börse Kundenvermögen getrennt von ihrem eigenen halten, eine EinlagensicherungDie gesetzliche Einlagensicherung schützt Bankguthaben bis 100.000 € pro Kunde und Institut, unabhängig von der Kontoanzahl. wie beim Bankkonto gibt es aber nicht. Die Alternative ist ein eigenes Wallet: Dann kontrollierst du den privaten Schlüssel selbst, ob in einer App oder offline auf einem Hardware-Wallet (Cold StorageCold Storage bezeichnet die Aufbewahrung von Krypto-Vermögenswerten auf Geräten oder Systemen ohne dauerhafte Internetverbindung — etwa Hardware-Wallets oder Offline-Rechner.). Dafür bist du allein verantwortlich: Wer die Wiederherstellungsphrase verliert, verliert die Coins. Bei der Übertragung aufs eigene Wallet entscheidet außerdem die Netzwerkwahl darüber, ob die Coins ankommen; worauf du achten musst, erklärt der Artikel Krypto auf ein eigenes Wallet auszahlen.

Bitcoin kaufen: was anders ist

Beim Bitcoin musst du keinen ganzen Coin kaufen: Er ist in 100 Millionen Einheiten teilbar, die Satoshi heißen, und Börsen verkaufen entsprechend Bruchteile. Für 100 € bekommst du also einfach den Anteil, der zum aktuellen Kurs 100 € wert ist. Bitcoin bieten alle Börsen im Vergleich an, auch als Sparplan. Ansonsten gilt alles oben Gesagte: Die Gebühr hängt von der Börse und der gewählten Ansicht ab, nicht davon, welchen Coin du kaufst. Eine Ausnahme sind die Apps mancher Börsen, die für kleinere Coins höhere Aufschläge verlangen als für Bitcoin.

Steuern beim Verkauf: Haltefrist und Freigrenze

Kryptowerte sind steuerlich keine Kapitalanlage wie Aktien, sondern „andere Wirtschaftsgüter“. Gewinne aus dem Verkauf oder Tausch sind private Veräußerungsgeschäfte, wenn zwischen Anschaffung und Veräußerung nicht mehr als ein Jahr liegt (§ 23 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 EStG). Hältst du länger, ist der Gewinn steuerfrei. Innerhalb eines Jahres bleiben Gewinne steuerfrei, wenn alle privaten Veräußerungsgewinne des Kalenderjahres zusammen weniger als 1.000 € betragen (§ 23 Abs. 3 Satz 5 EStG); das ist eine Freigrenze, kein Freibetrag. Liegt der Gewinn darüber, ist er ganz mit deinem persönlichen Steuersatz zu versteuern.

Die Börse führt keine Steuer ab. Seit 2026 erfassen Krypto-Dienstleister aber nach dem Kryptowerte-SteuertransparenzgesetzDAC8 ist eine EU-Richtlinie zum automatischen Informationsaustausch über Krypto-Transaktionen zwischen Steuerbehörden; in Deutschland wird sie über das Kryptowerte-Steuertransparenzgesetz (KStTG) umgesetzt. Kunden- und Transaktionsdaten; die erste Meldung an die Finanzverwaltung folgt 2027 für das Jahr 2026. Details zu Haltefrist, Reihenfolge der Verkäufe und Staking stehen im Artikel Krypto-Gewinne versteuern; was bei einem Verkauf übrig bleibt, rechnet der Krypto-Steuerrechner.

Häufige Fehler beim ersten Kauf

  • Über die teure Ansicht kaufen: Die einfache Kauf-Ansicht einer App kann ein Mehrfaches der Orderbuch-Gebühr kosten.
  • Alles auf einmal investieren: Ein Sparplan verteilt den Einstieg; ein Einmalkauf trifft einen einzigen Kurs.
  • Kaufdaten nicht aufheben: Für die Haltefrist zählt jedes Kaufdatum. Den Steuerreport der Börse jedes Jahr herunterladen.
  • Beim Übertragen das falsche Netzwerk wählen: Coins, die über ein Netzwerk verschickt werden, das die Zieladresse nicht unterstützt, können verloren gehen.
  • Einer Werbung aus sozialen Netzwerken folgen: Seriöse Börsen stehen im ESMA-Register; Versprechen fester Renditen sind ein Warnsignal.

Häufige Fragen

Wo kann ich Krypto kaufen?

Über eine Krypto-Börse mit Zulassung nach der EU-Verordnung MiCA. Seit dem 1. Juli 2026 dürfen Anbieter ohne diese Zulassung in der EU keine neuen Kunden, Einzahlungen oder Orders mehr annehmen. Ob eine Börse zugelassen ist, steht im Register der europäischen Aufsichtsbehörde ESMA.

Wie kaufe ich Bitcoin?

Konto bei einer Börse eröffnen, Identität mit einem Ausweisdokument bestätigen, Euro per SEPA-Überweisung einzahlen und dann eine Kauforder für Bitcoin aufgeben oder einen Sparplan anlegen. Der gekaufte Bitcoin liegt danach im Konto der Börse, bis du ihn auf ein eigenes Wallet überträgst.

Brauche ich für den Kauf ein eigenes Wallet?

Nein. Die Börse verwahrt die Kryptowerte für dich. Ein eigenes Wallet lohnt sich, wenn du größere Beträge langfristig selbst verwahren willst; dann trägst du aber auch allein die Verantwortung für Zugangsdaten und die richtige Netzwerkwahl bei der Übertragung.

Ab welchem Betrag kann ich Bitcoin kaufen?

Du musst keinen ganzen Bitcoin kaufen. Ein Bitcoin ist in 100 Millionen Einheiten (Satoshi) teilbar, Börsen verkaufen entsprechend Bruchteile. Den Mindestbetrag je Order oder Sparplan legt jede Börse selbst fest.

Muss ich schon beim Kauf von Krypto Steuern zahlen?

Nein. Steuerlich zählt erst der Verkauf oder Tausch. Gewinne sind steuerfrei, wenn zwischen Kauf und Verkauf mehr als ein Jahr liegt; innerhalb eines Jahres bleiben sie nur steuerfrei, wenn alle privaten Veräußerungsgewinne im Kalenderjahr zusammen unter 1.000 € liegen.

Quellen

  1. ESMA: Interim-MiCA-Register der Kryptowerte-Dienstleister (CASPS.csv) · abgerufen am

Daniel Benz · Betreiber und redaktionell verantwortlich

Daniel Benz betreibt Vermögen sparen und verantwortet Auswahl der Kriterien, Recherche und Freigabe jedes Textes und jeder Zahl auf dieser Seite.

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