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CFD-Margin, Glattstellung und Negativsaldoschutz: die BaFin-Regeln für Kleinanleger

Risiko4 Min. LesezeitVeröffentlicht am

Von Daniel Benz, Betreiber und redaktionell verantwortlich

Kapitel 2 von 3 im Lernpfad CFDs verstehen: der Lernpfad in 3 Kapiteln

Inhalt dieses Artikels

Wer einen CFD eröffnet, hinterlegt beim Anbieter nur einen Teil des Positionswerts als Sicherheit, die MarginDie Margin ist die Sicherheitsleistung, die ein Broker für das Eröffnen und Halten einer gehebelten Position verlangt — der Anteil des Positionswerts, den der Anleger selbst hinterlegen muss.. Wie groß dieser Teil mindestens sein muss, wann der Anbieter eine Position gegen deinen Willen schließt und wie weit dein Verlust höchstens reichen kann, legt in Deutschland nicht der Anbieter fest, sondern die BaFin: in der Allgemeinverfügung vom 23.07.2019, die seit August 2019 die vorherige EU-weite Maßnahme der ESMA fortführt. Was ein CFD überhaupt ist, erklärt das erste Kapitel Was sind CFDs; dieses Kapitel geht die fünf Bedingungen durch, unter denen ein Anbieter CFDs an Kleinanleger überhaupt verkaufen darf.

Mindest-Margin: wie viel Sicherheit je Basiswert

Die BaFin nennt die Mindest-Margin „Initial-Margin-Schutz“: jede Zahlung, die du für die Eröffnung eines CFDs leistest, ohne Provisionen und Gebühren. Ihre Höhe hängt vom Basiswert ab:

  • 3,33 % des Positionswerts bei Währungspaaren aus zwei der Währungen US-Dollar, Euro, Yen, Pfund, kanadischer Dollar und Franken
  • 5 % bei großen Aktienindizes wie DAX, S&P 500 oder EURO STOXX 50, bei den übrigen Währungspaaren und bei Gold
  • 10 % bei anderen Rohstoffen und anderen Aktienindizes
  • 20 % bei Einzelaktien und allen nicht eigens genannten Basiswerten
  • 50 % bei Kryptowährungen

Aus der MarginDie Margin ist die Sicherheitsleistung, die ein Broker für das Eröffnen und Halten einer gehebelten Position verlangt — der Anteil des Positionswerts, den der Anleger selbst hinterlegen muss. ergibt sich der höchste zulässige HebelDer Hebel gibt an, um welchen Faktor der bewegte Positionswert das eingesetzte eigene Kapital übersteigt: Bei einem Hebel von 5:1 steuert der Anleger ein Fünftel des Positionswerts selbst bei (die Margin), der Broker finanziert den Rest.: 3,33 % entsprechen 30:1, 5 % entsprechen 20:1, 10 % 10:1, 20 % 5:1 und 50 % 2:1. Das sind dieselben HebelgrenzenDie EU-Wertpapieraufsicht ESMA schreibt seit 2018 verbindliche Hebelobergrenzen für den CFD-Handel von Kleinanlegern vor, gestaffelt nach Basiswert: 30:1 bei großen Währungspaaren, 20:1 bei kleineren Währungspaaren, Gold und großen Indizes, 10:1 bei anderen Rohstoffen, 5:1 bei Einzelaktien und 2:1 bei Kryptowerten., mit denen die Anbieter werben — nur von der anderen Seite betrachtet.

Glattstellung bei 50 %: wann der Anbieter schließt

Die zweite Bedingung ist der MarginDie Margin ist die Sicherheitsleistung, die ein Broker für das Eröffnen und Halten einer gehebelten Position verlangt — der Anteil des Positionswerts, den der Anleger selbst hinterlegen muss.-Glattstellungsschutz. Der Anbieter muss offene CFDs schließen, sobald die Summe aus dem Guthaben auf dem CFD-Konto und den unrealisierten Nettogewinnen aller offenen Positionen unter die Hälfte der Initial-Margin für diese Positionen fällt. Geschlossen wird zu den für dich günstigsten Bedingungen, eine Zustimmung braucht der Anbieter nicht.

Merksatz

Rechenbeispiel: Du zahlst 1.000 € ein und eröffnest einen CFD auf einen großen Aktienindex mit 20.000 € Positionswert. Die Mindest-Margin von 5 % beträgt 1.000 €. Fällt der Index um 2,5 %, liegt der Buchverlust bei 500 € — Guthaben und offener Verlust ergeben zusammen nur noch 500 €, die Hälfte der Margin. Fällt der Kurs weiter, schließt der Anbieter die Position.

Die Regel soll verhindern, dass ein Konto unbemerkt immer tiefer ins Minus läuft. Sie hat aber eine Kehrseite: Der Anbieter schließt im ungünstigsten Moment, und ein Verlust ist dann realisiert, auch wenn sich der Kurs kurz darauf erholt.

Negativsaldoschutz: das Konto fällt nicht unter null

Die dritte Bedingung begrenzt die Gesamthaftung eines Kleinanlegers für alle CFDs eines Handelskontos auf das Guthaben dieses Kontos. Springt ein Kurs über Nacht so weit, dass die Glattstellung nicht mehr rechtzeitig greift, verlierst du höchstens das, was auf dem CFD-Konto liegt — eine NachschusspflichtNachschusspflicht bedeutet, dass ein Anleger bei gehebelten Geschäften über sein Kontoguthaben hinaus Geld nachzahlen muss, wenn Verluste die hinterlegte Sicherheitsleistung übersteigen — etwa nach einer abrupten Kurslücke, in der der Broker die Position nicht mehr rechtzeitig schließen konnte. gibt es nicht.

Warum diese Regel nötig wurde, beschreibt die BaFin in der Begründung selbst: Am 15.01.2015 hob die Schweizerische Nationalbank den Mindestkurs des Franken zum Euro auf. Kleinanleger mit hoch gehebelten Positionen verloren an diesem Tag in Einzelfällen das Hundertfache ihres Einsatzes, in einem Fall 280.000 € bei rund 2.800 € Kapitaleinsatz. Ein solcher Nachschuss ist für Kleinanleger in Deutschland seit 2017 ausgeschlossen.

Keine Boni, Pflicht zur Risikowarnung

Die vierte Bedingung verbietet Anbietern, Kleinanlegern im Zusammenhang mit CFDs Zahlungen oder andere Vorteile zu gewähren, etwa Einzahlungsboni oder Gratis-Trades. Erlaubt bleiben nur realisierte Gewinne und Informations- oder Recherchewerkzeuge. Die fünfte Bedingung schreibt in jeder Werbung eine standardisierte Risikowarnung vor, einschließlich des Anteils der Kleinanlegerkonten, die beim jeweiligen Anbieter Geld verlieren — die VerlustquoteCFD-Anbieter in der EU müssen nach ESMA-Vorgabe offenlegen, welcher Anteil ihrer Kleinanlegerkonten beim CFD-Handel Geld verliert — die Zahl steht als Pflicht-Risikowarnung auf Website und Werbung des jeweiligen Anbieters., die der CFD-Vergleich für alle 4 geprüften Anbieter nennt.

Was die Regeln nicht leisten

Mindest-Margin, Glattstellung und Negativsaldoschutz begrenzen, wie schnell und wie weit du verlieren kannst. Sie ändern nichts daran, dass das Guthaben auf dem CFD-Konto vollständig im Risiko steht. Zwei Punkte verdienen besondere Aufmerksamkeit:

  • Die Schutzregeln gelten nur für Kleinanleger. Wer sich als professioneller Kunde einstufen lässt, um höhere HebelDer Hebel gibt an, um welchen Faktor der bewegte Positionswert das eingesetzte eigene Kapital übersteigt: Bei einem Hebel von 5:1 steuert der Anleger ein Fünftel des Positionswerts selbst bei (die Margin), der Broker finanziert den Rest. zu bekommen, verzichtet auf alle fünf.
  • Der Negativsaldoschutz gilt je CFD-Handelskonto. Wie viel Geld auf diesem Konto liegt, entscheidest du — und damit, wie viel du höchstens verlieren kannst.

Wie Gewinne und Verluste aus CFDs versteuert werden, erklärt das nächste Kapitel CFD-Gewinne versteuern.

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Häufige Fragen

Was ist ein Margin-Call beim CFD-Handel?

Umgangssprachlich die Warnung des Anbieters, dass das Guthaben auf dem CFD-Konto knapp wird. Verbindlich ist für Kleinanleger in Deutschland etwas anderes: die Glattstellung. Fallen Kontoguthaben und unrealisierte Nettogewinne aller offenen CFDs unter die Hälfte der dafür hinterlegten Initial-Margin, muss der Anbieter Positionen schließen.

Kann der CFD-Anbieter meine Position ohne meine Zustimmung schließen?

Ja, er muss es sogar: Die BaFin-Allgemeinverfügung verlangt einen unabdingbaren Margin-Glattstellungsschutz. Sobald Guthaben und offene Gewinne unter 50 % der eingesetzten Initial-Margin fallen, schließt der Anbieter eine oder mehrere Positionen — zu den für dich günstigsten Bedingungen, aber ohne Rückfrage.

Gilt der Negativsaldoschutz auch für professionelle Kunden?

Nein. Die Allgemeinverfügung schützt Kleinanleger. Wer sich als professioneller Kunde einstufen lässt, um höhere Hebel zu bekommen, verzichtet auf Mindest-Margin, Glattstellungsschutz und Negativsaldoschutz.

Quellen

  1. BaFin: Allgemeinverfügung bezüglich sog. Differenzgeschäfte („Contracts for Difference / CFD“) vom 23.07.2019 · abgerufen am

Daniel Benz · Betreiber und redaktionell verantwortlich

Daniel Benz betreibt Vermögen sparen und verantwortet Auswahl der Kriterien, Recherche und Freigabe jedes Textes und jeder Zahl auf dieser Seite.

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